Bayer Aktie auf Berg- und Talfahrt

Trotz Branchenkrise bestätigt der Konzern die Prognosen und kündigt weitere Verkäufe an.

Frankfurt am Main - Die Aktien des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns Bayer  haben zum Wochenschluss eine Achterbahnfahrt auf das Parkett gelegt. Nachdem sie Papier im frühen Handel die Gewinnerliste mit einem Aufschlag von über vier Prozent anführten, drehten die Titel zum Mittag ins Minus, obwohl das Unternehmen die Gewinnprognose bestätigt und den Verkauf einer Tochtergesellschaft gemeldet hatte.

"Konzernchef Wenning ist mit seinem Deinvestitionsprogramm schon gut vorangekommen", sagte Analyst Ulrich Huwald von M.M. Warburg im Gespräch mit dpa-AFX. Nachdem Bayer zur Wochenmitte wegen der Kartellauflagen bei der Übernahme von Aventis Cropscience bereits den Verkauf von Lizenzen und Produkten im Wert von 155 Millionen Euro gemeldet hatte, teilte der Konzern am Morgen den Verkauf der Tochtergesellschaft Rhein Chemie Rheinau GmbH für 215 Millionen Euro an eine Finanzinvestorengruppe mit.

Bei der Lösung der strategischen Frage im Health-Care-Sektor und insbesondere im Pharma-Geschäft wolle Bayer Ende des Jahres eine Indikation geben, hatte Werner Wenning in einem Interview mit der "FAZ" bestätigt. Auch die Verhandlungen mit Aventis Behring über eine Kooperation bei den Blutplasma-Produkten stünden möglicherweise kurz vor dem Abschluss, sagte Huwald.

Bayer und Aventis  hatten im Februar ihre Pläne bekannt gegeben, die Bayer Biological Products und das Aventis-Pendant Aventis Behring zusammenzulegen. Beide Sparten entwickeln aus Blutbestandteilen Präparate zur Behandlung von Krankheiten und erzielen jeweils 1,2 Milliarden Euro Jahresumsatz. Laut Analyst Huwald verzeichnet Bayer zudem bei den Polymeren steigende Margen.

Lange Zeit stützen konnte den Kurs auch die Bestätigung der Gewinnprognosen für 2002. In einem Interview mit der "FAZ" hatte Konzernchef Werner Wenning gesagt: "Trotz der Volatilität der Märkte und der Risiken, die sich derzeit in der Weltwirtschaft abzeichnen, stehen wir zu der Prognose." Demnach werde das Konzerergebnis inklusive Veräußerungsgewinnen über dem des Vorjahres liegen.