Puma Auf dem Sprung nach oben

Der Adidas-Rivale erwartet auch künftig Wachstumssprünge. Ein weiteres Rekordjahr steht an.

Rotterdam - Der Sportartikel-Hersteller Puma  stemmt sich erfolgreich gegen die weltweite Konsumflaute. Vor allem mit sportlicher Freizeitkleidung will der fränkische Konzern auch in den kommenden Jahren prozentual zweistellig bei Umsatz und Gewinn zulegen. Die kräftigen Wachstumssprünge der jüngsten Zeit werden nach Einschätzung des Puma-Vorstands aber nicht dauerhaft zu wiederholen sein.

"Bis 2006 strebt Puma ein jährlich durchschnittliches zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn in der Gruppe an", sagte Vorstandschef Jochen Zeitz am Donnerstag in Rotterdam, wo das im MDax gelistete Unternehmen seine Strategie für die kommenden fünf Jahre vorstellte. Für das laufende Jahr 2002 hob Puma erneut seine Geschäftsprognosen an. Die Gewinnsprünge der vergangenen Quartale werde Puma vermutlich aber nicht dauerhaft durchhalten können, hieß es. "Man kann nicht jedes Jahr 100 Prozent wachsen", sagte Zeitz, der für 2003 noch keine konkrete Geschäftsprognose abgeben wollte. Es sei wahrscheinlich, dass das Umsatz gegen Ende der nächsten fünf Jahre nachlassen werde, fügte er hinzu.

Puma wolle mit seiner Kombination aus klassischen Sportprodukten und so genannter Lifestylemode für den Freizeitbereich vor allem in den USA und Europa zulegen. Dazu würden Vertrieb und Marketing ausgebaut. Auch eine bewusst selektive Ausstattung der Läden gehöre dazu, um die Marke bekannter machen, hieß es.

Wieder ein Rekordjahr im Visier

Für das laufende Jahr hob Puma erneut seine Prognosen an. 2002 werde sich der Vorsteuergewinn auf 106 (Vorjahr: 57,4) Millionen Euro verdoppeln, kündigte Zeitz an, der seit seinem Amtsantritt 1993 aus der einstigen Krisenfirma einen Börsenliebling gemacht hat. Der Umsatz werde auf 880 Millionen Euro wachsen nach 598 Millionen Euro im Vorjahr. Bislang hatte Puma beim Konzernumsatz 837 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Auftragsbestand habe per Ende September zudem 60 Prozent über Vorjahresniveau gelegen, hieß es zudem.

Damit wächst Puma weiter stärker als die beiden wesentlich größeren Branchenführer Adidas Salomon  und Nike , die beflügelt von der Fußball-WM in Japan und Südkorea ebenfalls im vergangenen Geschäftsquartal zulegen konnten. Anders als die Konkurrenz setzt Puma jedoch voll auf eine Kombination aus reinen Sportprodukten und Lifestylemode für die Freizeit. Zeitz bekräftigte aber, auch künftig den klassischen Sportmarkt nicht zu vergessen, etwa mit neuen Trainingsschuhen. Analysten haben bereits die Befürchtung geäußert, dass der jüngste Lifestyleboom eines Tages abflauen könnte.

Auch Adidas und Nike haben die Lifestyle- und Freizeitmode inzwischen als zusätzliches Standbein entdeckt. So gab Adidas kürzlich eine Kooperation mit dem japanischen Star-Designer Yohji Yamamoto bekannt, um hochpreisige Mode und Schuhe auf den Markt zu bringen. Die so genannten Originals, also neu gestylte Produkte der Vergangenheit, sollen mittelfristig zudem ein Drittel des Umsatzes ausmachen.

Analysten sind vom Börsenliebling Puma überzeugt

Analysten sehen Puma weiter auf Wachstumskurs. "Die Ausgangsbedingungen sind gut", sagte Peter Thilo Hasler von der HypoVereinsbank, der die Puma-Aktie mit "Buy" und Adidas mit "Outperform" bewertet. Der hohe Auftragsbestand zeige, dass Puma auch im ersten Halbjahr 2003 stark wachsen werde. Langfristig seien aber eher einstellige Wachstumsraten zu erwarten.

Unterdessen gab Puma bekannt, dass die US-Investmentbank Morgan Stanley  inzwischen zum zweitgrößten Aktionär des Sportartikel-Herstellers aufgestiegen ist. Morgan Stanley halte nun etwas mehr als fünf Prozent der Anteile. Damit sei die Investmentbank nach der Monarchy/Regency-Gruppe, die knapp 40 Prozent der Anteile an Puma halte, nun der zweitgrößte Anteilseigner. Ein Konzernsprecher fügte hinzu, Puma sei nicht bekannt, wie viele Anteile Morgan Stanley zuvor gehalten habe.

Die Aktie von Puma legte am Tag der Deutschen Einheit gegen den leichteren Markttrend rund zwei Prozent auf 57,55 Euro zu. Das Papier hat seit Jahresbeginn in der Kursentwicklung den Index MDax um 150 Prozent geschlagen.

Ulf Laessing, Reuters

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