US-Banken Lehman gibt pessimistischen Ausblick

Lehman Brothers enttäuscht. Goldman Sachs überrascht positiv mit den Quartalszahlen.

New York - Die US-Investmentbank Lehman Brothers  hat nach einem überraschend hohen Gewinnrückgang im dritten Geschäftsquartal (31. August) einen pessimistischen Ausblick auf das Geschäftsjahr abgegeben.

Der Gewinn je Aktie sei wegen der weiter schwierigen Marktlage für die Branche von 1,14 Dollar im Vorjahr auf 0,70 Dollar gefallen, teilte die im S&P-100-Index notierte Bank am Dienstag in New York mit. Analysten hatten zuvor mit einem Gewinn von 0,87 Dollar je Aktie gerechnet. Die Summe der Überschüsse sank dabei von 1,628 Milliarden Dollar auf 1,347 Milliarden Dollar.

Lehman Brothers drückte im dritten Quartal die Kosten ohne die Berücksichtigung von Zinsen um rund 10 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Personalausgaben seien dabei von 830 Millionen Euro im Vorjahr auf 687 Millionen Dollar gefallen. Im Vorquartal hatten hier die Kosten noch 848 Millionen Dollar betragen.

Lehman Brothers rechnet damit, dass es weiter einen starken Druck auf das Ergebnis der Bank geben werde. Im dritten Quartal habe sich die Entwicklung des ersten Halbjahres fortgesetzt. Neben einen Rekordniveau bei Abstufungen der Kreditwürdigkeiten seien auch die Kreditausfälle gestiegen.

Zudem haben die weiter sinkenden Kurse an den Finanzmärkten ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen. Probleme gibt es nach Unternehmensausgaben auch im Bereich Investmentbanking. Hier führten die geringen Übernahmeaktivitäten sowie das nachlassende Interesse an Aktienausgaben zu einem Ergebnisrückgang.

Goldman Sachs überrascht Analysten positiv

Goldman Sachs überrascht Analysten positiv

Der Finanzkonzern Goldman Sachs  hat mit den Zahlen für das dritte Quartal die Erwartungen der Analysten geringfügig übertroffen. Das Unternehmen steigerte seinen Gewinn auf 522 Millionen Dollar oder ein Dollar (0,87) je Aktie. Analysten hatten 99 Cent je Aktie erwartet. Die Umsätze fielen um fünf Prozent auf 3,66 Milliarden von 3,85 Milliarden Dollar.

Der Überschuss im Handel mit Festverzinslichen, Währungen und Waren stieg nach Goldman-Sachs-Angaben um 19 Prozent auf 1,31 Milliarden Dollar. Beim Investmentbanking brach dagegen der Überschuss im dritten Quartal weiter ein. In den drei Monaten bis August 2002 fiel dieser von 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 652 Millionen Dollar.

Beim Handel mit Aktien verzeichnete das Unternehmen einen Einbruch beim Überschuss von 573 Millionen Dollar auf 281 Millionen Dollar. Eine Zunahme gab es hingegen beim Provisionsüberschuss, der von 649 Millionen Dollar auf 838 Millionen Dollar stieg.

Bei den Kosten meldete Goldman Sachs im dritten Quartal einen minimalen Rückgang von einem Prozent auf 2,86 Milliarden Dollar. Die Personalausgaben stiegen dabei um 2 Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar.