EDS Gewinnerwartungen deutlich reduziert

Der IT-Spezialist kann seine Prognosen nicht halten. Die Gewinnwarnung belastet auch IBM.

Plano - Der zweitgrößte US-Computerdienstleister Electronic Data Systems  (EDS) hat wegen der anhaltend schwachen Nachfrage im IT-Sektor seine Gewinnprognosen drastisch gesenkt. Beim Gewinn je Aktie im dritten Quartal (30. September) sei die Prognose von zuvor 74 Cent auf die Spannbreite zwischen zwölf und 15 Cent reduziert worden, teilte das im S&P-500-Index notierte Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit.

Der Umsatz werde mit 5,3 bis 5,5 Milliarden Dollar um zwei bis fünf Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Bisher hatte das Unternehmen ein Wachstum zwischen vier und sechs Prozent prognostiziert.

Merrill reduziert Prognosen für IBM

Die EDS-Aktie brach am Donnerstag zum Handelsauftakt an der Wall Street um knapp ein Drittel ein. Auch die Aktie des Mitbewerbers IBM  wurde von den Anlegern in Sippenhaft genommen und verlor kräftig.

Nach der Gewinnwarnung von EDS hat die US-Investmentbank Merrill Lynch ihre Prognosen für IBM zurück genommen. Neben der gesunkenen Nachfrage könnten sich Währungseffekten weniger positiv als erwartet bemerkbar machen, hieß es. Auch für das Gesamtjahr nahmen die Analysten ihre Erwartungen von 3,95 auf 3,90 Dollar je Anteilsschein zurück. IBM, das 40 Prozent seines Umsatzes und rund die Hälfte des Vorsteuergewinns aus Dienstleistungen bezieht, sei jedoch besser aufgestellt als EDS.

Erst am Vortag hat der Softwarehersteller Oracle  nach einem Gewinn- und Umsatzrückgang im abgelaufenen Geschäftsquartal und einem vorsichtigen Ausblick für das laufende zweite Quartal 2002/2003 (zum Ende November) die Technologiewerte deutlich unter Druck gesetzt.