Bilanzen Das Convertibles-Dilemma

Anleger fordern 41 Milliarden in bar - Konzernbilanzen werden durch Wandelanleihen gedrückt.

London - Die börsennotieren Unternehmen in Europa stehen nach einem Pressbericht vor unerwarteten Problemen bei der Rückzahlung eines Teils ihrer Schulden. Nach dem starken Verfall der Aktienkurse hätten viele Investoren jetzt das Recht auf eine Rückzahlung des in Wandelanleihen (Convertibles) angelegten Geldes in bar statt in Aktien, berichtet die britische Tageszeitung "Financial Times".

In den nächsten 18 Monaten würden Wandelanleihen mit einem Wert von 41 Milliarden Euro fällig, wovon zwölf Millarden vorzeitig kündbar seien. Die 41 Milliarden Euro repräsentierten ein Drittel des gesamten Marktes für Wandelanleihen.

Zum Zeitpunkt der Ausgabe der Anleihen seien die meisten Unternehmen davon ausgegangen, die aufgenommenen Schulden in eigenen Aktien bezahlen zu können. Aufgrund des Verfalls der Kurse sei dies für die Investoren aber unattraktiv geworden. Deshalb verlangten diese jetzt die Rückzahlung der Schulden in bar - eine Option für den Anleger, die ihm den Erhalt eines Teils seines angelegten Geldes garantiere.

Bei der Hälfte der auslaufenden Wandelanleihen müssten die Kurse der entsprechenden Aktien dem Bericht zufolge um das Doppelte steigen, um eine Rückzahlung in Anteilsscheinen für die Investoren attraktiv zu machen.

Die Liste der betroffenen Unternehmen werde von France Telecom und Vivendi Universal angeführt, die beide in den nächsten 18 Monaten auslaufende Wandelanleihen in Höhe von jeweils fünf Milliarden Euro bedienen müssten. Die spanische Olivetti folge mit einem Betrag von 3,5 Milliarden Euro.

Wandelanleihen: Die sanfte Alternative für Anleger

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