Intel Warnung lässt Märkte kalt

Konzernchef Craig Barrett reduziert die Prognose. Die Umsatzwarnung kommt für die Märkte nicht überraschend. Nach US-Börsenschluss legt die Aktie sogar zu.

San Francisco - Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel  hat am Donnerstag nach Börsenschluss das obere Ende seiner im Juli prognostizierten Umsatzspanne für das laufende Quartal gesenkt.

Der Konzern erwartet nun Erlöse von 6,3 bis 6,7 Milliarden Dollar und nicht mehr bis zu 6,9 Milliarden Dollar. Intel-Aktien gewannen nachbörslich rund vier Prozent und gaben damit auch anderen Technologiewerten Auftrieb. Viele Experten hatten mit einem trüberen Ausblick des Branchenprimus gerechnet.

Intel rechnet im dritten Vierteljahr mit einem Umsatz knapp unter der Mitte der bisherigen Prognose-Spanne, wie der Konzern nach Börsenschluss in seinem mit Spannung erwarteten Quartals-Zwischenbericht weiter mitteilte.

Umsätze sollen knapp unter 6,6 Milliarden Dollar liegen

Damit liegt die Erlös-Erwartung de facto etwas unter 6,6 Milliarden Dollar, was weitgehend den durchschnittlichen Analystenprognosen entspricht. Diese rechnen zudem mit einem Gewinn von 13 Cent je Aktie nach einem Nettogewinn von sieben Cent je Aktie im Vorquartal. Analysten hatten bereits im Vorfeld

Der Chip-Absatz werde eher am unteren Ende des saisonüblichen Niveaus liegen, teilte Intel, dessen Pentium-Prozessoren in fast allen PCs eingebaut sind, weiter mit. Alle anderen Prognosen ließ der im kalifornischen Santa Clara ansässige Konzern unverändert.

Intel-Aktien legen nachbörslich zu

Intel-Aktien kletterten nachbörslich auf 15,72 Dollar nach einem Schlusskurs an der Nasdaq von 15,11 Dollar. Die Titel hatten im regulären Handel am Donnerstag mehr als sechs Prozent verloren.

Einige Analysten hatten damit gerechnet, dass der Chip-Hersteller seine Prognose auf das untere Ende der bisherigen Spanne senken wird. In dieser Woche reduzierten mehrere Investmentbanken wie Lehman Brothers, Merrill Lynch und Credit Suisse First Boston ihre Umsatz- und Gewinnprognosen für Intel für das Gesamtjahr und das laufende dritte Quartal.

Analysten erwarten Kurserholung am Freitag

"Am Freitag werden wir wahrscheinlich eine Kurserholung bei Intel-Aktien sehen. Der Markt hatte zum Teil weitaus negativere Nachrichten erwartet", sagte Dan Scovel von Needham & Co. Der Intel-Ausblick beflügelte im nachbörslichen Geschäft auch andere Technologietitel wie etwa die Aktien des weltweit zweitgrößten PC-Herstellers Dell  oder die Papiere des Netzwerkausrüsters Cisco . Der technologielastige Nasdaq-Index hatte den regulären Handel zuvor mit Kursabschlägen von mehr als drei Prozent beendet.

Die Chip-Branche war 2001 in ihre bislang schwerste Krise geraten und die Erholung verlief in diesem Jahr bislang sehr schleppend. Zwar wurden im zweiten Quartal weltweit mehr als 30 Millionen Personal Computer (PC) verkauft. Allerdings hat sich dabei eine sehr viel langsamere Belebung der Nachfrage nach den für PCs erforderlichen Chips eingestellt als viele Branchenkenner erwartet hatten. Analysten sagten zudem, die Nachfrage im Herbst, die wegen des Schulbeginns nach den Sommerferien üblicherweise sehr hoch ist, sei in diesem Jahr eher verhalten.

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