Intel Branchenflaute verhagelt das Geschäft

Der Chiphersteller leidet unter der flauen Nachfrage. Analysten erwarten eine Umsatzwarnung.

San Fransisco - Der weltgrößte Mikroprozessoren-Hersteller Intel  wird laut Experten bei Vorlage des Zwischenberichts an diesem Donnerstag die Umsatzerwartung für das dritte Quartal senken. Hintergrund sei die andauernde Nachfrageschwäche für Computer und die Zurückhaltung bei IT-Ausgaben insgesamt, sagten Analysten.

Jüngst hatte der Chef des im Dow Jones Industrial Average (DJIA) und im Nasdaq-100-Index notierten Unternehmens, Craig Barrett, angekündigt, er rechne nur mit einem bescheidenen Gewinnschub vom zweiten zum dritten Quartal. Bisher habe er keine deutlichen Anzeichen eines Aufschwungs bei den IT-Ausgaben ausgemacht.

Prognosen im Vorfeld gesenkt

Diese Einschätzung teilen auch Analysten. Nimal Vallipuram von Dresdner Kleinwort Wasserstein schrieb Bankkunden unlängst, die Nachfrage im PC-Markt sei noch nicht stark genug zu Tage getreten. Daher gehe er davon aus, dass Intel den Umsatz für das dritte Quartal auf 6,3 bis 6,7 Milliarden Dollar schätzt. Bisher hatte sich der Chiphersteller zum Ziel gesetzt, zwischen 6,3 und 6,9 Milliarden Dollar umzusetzen. Analysten von UBS Warburg schlagen in die gleiche Kerbe. Ihrer Einschätzung nach wird Intel die Prognose auf 6,44 Milliarden bis 6,57 Milliarden Dollar reduzieren.

Einer Umfrage von First Call/Thomson Financial zufolge rechnen Analysten im Schnitt mit einem Umsatz von 6,61 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn je Aktie von 0,13 Dollar je Aktie. Intel selbst gab bisher keine Ertragsprognose bekannt.

Nachfrageflaute im Sommer

Nicht einmal ein starker September könne Intel dazu verhelfen, das obere Ende der bisherigen Prognosen zu erreichen, sagten Analysten. Nach der Nachfrageflaute im Sommer zeichnet sich im September gewöhnlicherweise ein Aufschwung ab. Um diesen Effekt zu verstärken, senkt Intel zum 1. September die Preise. Dadurch dürfte sich allerdings erst die Auftragslage aufhellen. Auslieferungen könnten erst in den Folgemonaten verbucht werden.

UBS Warburg hält neben einer Senkung der Umsatzprognose auch einen negativeren Ausblick für die Bruttomarge für wahrscheinlich. Die bisherige Schätzung von 51 Prozent dürfte um zwei Prozent abgeschwächt werden. Die Analysten rechnen mit einem Anstieg der Prozessorlieferungen im Septemberquartal. Der Aufschwung dürfte jedoch niedriger ausfallen als in früheren Jahren.

Längerfristig sehen die Experten von UBS Warburg jedoch für Intel wieder rosige Zeiten. Wenn es bei der Nachfrage oder an der Börse wieder aufwärts gehe, werde Intel als eines der ersten Unternehmen davon profitieren.

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