Neuer Markt Börse weist Rating-Pläne zurück

Ein ständiges Risiko-Rating der Firmen könnte das Vertrauen in das Segment stärken. Die Deutsche Börse verfolgt solche Pläne nach eigenen Angaben nicht. Das müsse der Markt schon selbst organisieren.

Frankfurt - Die Deutsche Börse  hat Berichte zurückgewiesen, dass sie als Börsenbetreiber ein Risiko-Rating für die am Neuen Markt gelisteten Unternehmen einführen will. "Wir betrachten uns als neutrale Marktorganisation und nicht als Ratingagentur. Wir verfolgen solche Pläne nicht", erklärte ein Sprecherin auf Anfrage von manager-magazin.de.

Die Deutsche Börse widersprach damit einer Vorabmeldung der "Wirtschaftswoche". Der zufolge sollen die 270 Gesellschaften in fünf Risikoklassen eingeteilt und alle drei Monate neu bewertet werden. Das Hamburger Research-Unternehmen SES Research solle die Einstufungen übernehmen.

Grundsätzlich habe die Deutsche Börse gegen ein solches Rating nichts einzuwenden, wenn die Marktteilnehmer dem zustimmten und es selbst organisieren würden, hieß es allerdings aus Kreisen in Frankfurt. Gespräche zwischen einzelnen Marktteilnehmern und dem Analystenhaus SES Research habe es bereits gegeben.

Mit dem neuen Rating wolle die Deutsche Börse vor allem institutionelle Anleger zurückgewinnen, die den Neuen Markt wegen seiner zahllosen Skandale und zum Teil undurchschaubaren Risiken meiden. Grundlage für das neue Rating bildeten die Jahresabschlüsse und die Quartalsberichte der jeweils letzten zwölf Quartale, die nach mehreren Kriterien ausgewertet würden, hieß es in der Meldung weiter.

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