Rheinmetall Solides Ergebnis

Der Rüstungskonzern hat das erste Halbjahr mit einem Umsatz- und Gewinnplus abgeschlossen.

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall  hat im ersten Halbjahr 2002 der Konjunkturkrise getrotzt und Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um elf Prozent auf 51 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Der konsolidierte Umsatz kletterte um sieben Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die Rheinmetall AG ein Ergebnis über dem Vorjahresniveau von 197 Millionen Euro.

Unternehmensbereich Electronics legte zu

Im Hinblick auf die Ertragslage betonte Rheinmetall, dass im Anlagengeschäft der Wehrtechnik abrechnungsbedingt die "positiven Ergebnisse" erst im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres realisiert werden könnten.

Gesteigert wurde das Ergebnis vor allem im Unternehmensbereich Electronics. In der Automotive-Sparte sei hingegen wegen der weltweit schwächeren Automobilkonjunktur das Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums nicht erreicht worden.

Aktie regiert kaum

Die Rheinmetall-Aktien  präsentierten sich nach der Vorlage der Halbjahreszahlen nahezu unverändert bis leicht schwächer. Händler bewerteten die Zahlen als "etwas" besser als erwartet. Vor allem der Gesamtjahresausblick sei positiv zu bewerten.

Marktteilnehmer gaben allerdings die extrem dünnen Umsätze in der Aktie zu bedenken: "Durchschnittlich gingen hier die vergangenen Tage 2000 bis drei 3000 Stücke um", sagte ein Marktteilnehmer, der diese geringen Volumina als für Rheinmetall "normal" bezeichnete.

"Defence-Sparte" schwächelt noch

Die Aktie sei seit Ende Juli, als sie ein Tief bei 15,20 Euro markierte, aber bereits sehr gut gelaufen. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass die Aktie jetzt eine Pause einlege, sagte der Händler.

Ein negatives Ebit verzeichnete Rheinmetall wie in den Vorjahren im ersten Halbjahr im Unternehmensbereich Defence. Grund sei der typische Jahresumsatzverlauf mit öffentlichen Auftraggebern. Da die unter IAS-Rechnungslegungsstandards für längere Fertigungsaufträge vorgesehene Percentage of Completion-Methode (PoC) nicht auf Munitions- und Entwicklungsaufträge angewandt werde, können deren anteilige Ergebnisbeiträge abrechnungsbedingt erst im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres realisiert werden.

Mehr Auslandsaufträge aus NATO-Staaten

Die Verringerung des Ebit im Unternehmensbereich Defence gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sei darüber hinaus im wesentlichen umstrukturierungsbedingt. Bei den Aufträgen habe die Defence-Sparte aber durch bedeutende Auslandsaufträge aus NATO-Mitgliedsstaaten ein deutliches Wachstum verzeichnet.

Damit sei die Verteidigungs-Tochter Rheinmetall DeTec dem mittelfristigen Ziel, das Auslandsgeschäft von heute rund 45 Prozent auf 60 Prozent auszubauen, einen deutlichen Schritt näher gekommen.

Bei den unter "Sonstige" zusammengefassten Aktivitäten der Holding, der Finanzbeteiligungen und Dienstleistungsgesellschaften, stieg das Ebit um 26 Millionen Euro. Alleine beim Jagenberg Konzern sei eine Steigerung von 21 Millionen Euro auf ein nun nur noch leicht negativem Ebit verzeichnet worden.

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