Allianz Flurschaden verhindert

Die Fondsgesellschaften des Versicherungsriesen und der Dresdner Bank verschmelzen.

Frankfurt am Main - Die Allianz  hat die Neuordnung ihrer Vermögensverwaltung im Gefolge der Übernahme der Dresdner Bank im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Kapitalanlagegesellschaft mbH (Allianz KAG) und die Deutscher Investment-Trust Gesellschaft für Wertpapieranlagen mbH (Dit) werden gemeinsame Wege gehen, teilte der Dit am Freitag in Frankfurt mit. Gegenwärtig würden die beiden Gesellschaften auch formal zu einer Einheit zusammengeführt, indem die Allianz KAG auf den Dit verschmolzen werde. Die Eintragung beim Handelsregister sei beantragt.

"Die rechtliche Verschmelzung ist die logische Konsequenz unserer bisherigen Zusammenarbeit", wird Markus Rieß, Sprecher der Geschäftsführung in der Mitteilung zitiert. Der Dit werde in alle Rechte und Pflichten der Allianz KAG eintreten. Das Publikumsfondsgeschäft von Allianz Dresdner Asset Management in Deutschland werde künftig, so Rieß weiter, nur noch unter der Marke "Dit Allianz Dresdner Asset Management" öffentlich in Erscheinung treten.

Größere Probleme im Integrationsprozess gab es nach Angaben von Dit-Sprecher Karl-Hermann Hammel nicht. Im Gespräch mit manager-magazin.de räumte Hammel zwar ein, dass der Verschmelzungsprozess nicht spurlos vorübergegangen sei und einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hätten. Gerüchte über massive interne Proteste dementierte Hammel jedoch: "Grade auf der Asset-Management-Seite sind wir froh, dass keine Flurschäden angerichtet wurden."

Für die Kunden ändert sich wenig

Das verwaltete Vermögen im Retail-Geschäft von Allianz Dresdner Asset Management Deutschland liegt nach Aussage der Fondsgesellschaft bei mehr als 44 Milliarden Euro. In diesen Tagen geht den rund 313.000 Anlagedepot-Kunden der Allianz KAG Schreiben zu, in denen sie über die Zusammenlegung unterrichtet werden. Die Depots werden bereits seit Oktober letzten Jahres aus dem Dit ServiceCenter in Hof heraus verwaltet.

Für die Kunden der beiden Gesellschaften ändert sich wenig: Die Fondsanteile würden weiterhin in den bestehenden Allianz Anlage Depots unter den bekannten Depotnummern verwahrt. Bestehende Vereinbarungen zur Depotführung, wie zum Beispiel erteilte Freistellungsaufträge, eingerichtete Spar- und Entnahmepläne sowie die Regelungen von Vollmachten, behielten unverändert ihre Gültigkeit.

Den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zufolge müssen auch die Namen der von der Allianz KAG verwalteten Fonds geändert werden: Die bisherigen Allianz Fonds werden voraussichtlich zum 1. April 2003 zusätzlich den Bestandteil Dit im Namen führen. Die Umbenennung des in Luxemburg domizilierenden Allianz Horizont Dachfonds erfolgt ebenfalls zu diesem Termin, die Veränderungen bei den anderen in Luxemburg domizilierenden Fonds (Allianz PIMCO Millennium Fonds und Allianz PIMCO Regional Fonds) werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Begleitet wird der Verschmelzungsprozess allerdings von der Schließung einzelner Fonds: Überschneidungen im gemeinsamen Produktangebot seien bereits beseitigt und eine Reihe von Fonds geschlossen oder die Schließung angekündigt worden, hieß es weiter. Davon betroffen waren auch eine Reihe von Fonds, die aktuell nur geringes bis sehr geringes Fondsvolumen aufwiesen und deren Weiterführung aus Anlegersicht wenig sinnvoll war. Rieß geht davon aus, dass bis Ende dieses Jahres die fusionsbedingte Konsolidierung des Fondsangebots von Allianz Dresdner Asset Management in Deutschland abgeschlossen sein wird.

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