Aktientipps Prognosen für die Münchener Rück angehoben

Goldman Sachs sieht in der Münchener-Rück-Aktie einen "Marketperformer". Die HypoVereinsbank empfiehlt Leoni zum Kauf. J.P. Morgan bestätigt T-Online nach Vorlage der Geschäftszahlen am "Marketperformer".

Goldman Sachs hat für den weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück  (843 002) die Ertragsprognosen für 2002 bis 2004 nach Vorlage der Halbjahreszahlen erhöht. Da der Titel im Vergleich zu denen anderer europäischer Versicherer aber relativ teuer sei, werde die Einstufung "Marketperformer" beibehalten, teilten die Analysten am Freitag in einer Studie mit.

Für das laufende Jahr hoben sie ihre Erwartung für den Überschuss von 984 Millionen auf 5,086 Milliarden Euro an und begründeten dies vor allem mit Sondererträgen aus Beteiligungsverkäufen. Für die nächsten Jahre erwarten die Analysten, dass die Münchener Rück je acht Prozent mehr erwirtschaften wird als bisher von Goldman Sachs vorhergesagt. Das Kerngeschäft habe sich besser als erwartet entwickelt. Für 2003 rechnen sie nun mit einem Überschuss von 3,397 Milliarden Euro und für 2004 mit 3,841 Milliarden Euro.

Am Vortag hatte die im Dax und im EuroStoxx 50 notierte Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und trotz roter Zahlen Analysten-Erwartungen übertroffen. Belastet durch die anhaltende Börsenschwäche wagt der Konzern aber derzeit keine Ergebnisprognose für 2002.

Goldman Sachs geht mit der Anlage-Empfehlung "Marketperformer" davon aus, dass sich die Aktie des Rückversicherers im Gleichklang mit dem Index entwickeln wird.

Leoni: Kursziel 42 Euro / "Kaufen" (HypoVereinsbank)

Die am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen des Autozulieferers Leoni (647 600) haben die Erwartungen der Analysten der Bayerischen HypoVereinsbank getroffen. Die besser als erwartet ausgefallene Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Bordnetzbereich habe die Schwäche der beiden anderen Bereiche (Kabel und Drähte) kompensieren können, schreiben sie in einer am Freitag vorgelegten Studie. Die Anlageempfehlung "Kaufen" wurde bestätigt, als aktuelles Kursziel 42 Euro (aktuell 30 Euro) genannt.

Für das laufende Jahr rechne die Bank mit einem Umsatzwachstum von 4,3 Prozent. Das Unternehmen gehe lediglich von drei Prozent aus. "Wegen der anstehenden Großaufträge von General Motors, Mercedes und BMW (Auftragsvolumen eine Milliarde Euro) haben wir unsere Bewertungsansätze um das DCF-Modell erweitert", schreibt der zuständige Analyst Rolf Woller. Mit konservativen Annahmen errechne sich aus diesem Ansatz (Discounted Cash Flow) ein "fairer Wert" von 51 Euro.

Gemäß seiner Anlageempfehlung erwartet der Aktienexperte, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis neun Monaten um mindestens zehn Prozent besser als der Index entwickeln wird.

T-Online: Prognosen erhöht / "Marketperformer" (J.P. Morgan)

Die Analysten von J.P. Morgan Securities haben ihre Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Internet-Anbieters T-Online  (555 770) im laufenden Jahr um 75 Prozent auf 39 Millionen Euro erhöht. Die Aktie sei jedoch angemessen bewertet. Deshalb werde die Anlageempfehlung "Marketperformer" beibehalten, heißt es in einer am Freitag vorgelegten Studie. Das Unternehmen hatte am Donnerstag die endgültigen Zahlen für das 2. Quartal vorgelegt.

Für 2003 erhöhten die Aktienexperten ihre Ebitda-Prognose um 18 Prozent auf 198 Millionen Euro. Mit dem Erreichen der Gewinnschwelle auf operativer Basis hat T-Online aus ihrer Sicht die France-Telecom-Tochter Wanadoo und den italienischen Internet- Anbieter Tiscali überrundet. Das Unternehmen habe seinen Ruf gefestigt, sich in einem schwierigen Umfeld besser als der Markt zu entwickeln. Kritisch bewerteten sie den hohen Anteil der sonstigen Kosten an den Betriebskosten. "Wir würden gerne genauer wissen, wie sich diese zusammensetzen", schrieben sie.

Eine Heraufstufung der Aktie komme nur in Frage, wenn die Zahl der Breitband-Nutzer im Inland erneut zulege, Wachstum bei den kostenpflichtigen Internet-Inhalten zu verzeichnen sei oder eine Übernahme auf internationaler Ebene stattfinde. Gemäß ihrer Anlageempfehlung erwarten die Analysten, dass sich die Aktie im Gleichklang mit dem Markt entwickeln wird.