Leoni "Gut unterwegs"

Vorstandschef Probst gibt sich optimistisch und will die Märkte in China und den USA erobern.

Nürnberg - Der Kabel-, Draht- und Bordnetzhersteller Leoni  strebt eine stärkere Erschließung des chinesischen Marktes an. "Wir sehen dort großes Potenzial", sagte der neue Vorstandschef Klaus Probst am Donnerstag in einem dpa-Gespräch in Nürnberg. Daneben wolle Leoni das Bordnetzgeschäft mit der Autoindustrie in den USA ausweiten. "Unser Ziel ist es, in zwei bis drei Jahren dort einen Auftrag zu landen."

Im laufenden Jahr sei man "gut unterwegs", sagte Probst. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr leicht auf 561,6 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss wuchs auf 30,8 Millionen Euro.

Umsatz soll um drei Prozent steigen

Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten ergab sich ein Plus von 18 Prozent, teilte die Leoni AG mit. Im Gesamtjahr soll der Umsatz um drei Prozent steigen. Der Überschuss soll deutlich über dem Vorjahreswert von 28 Millionen Euro liegen.

Die Börse honorierte die Zahlen mit einem leichten Kursplus. Am Mittag notierte das im MDax notierte Papier mit rund 1,5 Prozent im Plus auf 30,20 Euro.

70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Leoni als Zulieferer für die Automobilindustrie. Ungeachtet der konjunkturellen Lage befinde sich das Unternehmen in seiner sehr guten Situation, sagte der Vorstandschef.

Dies liege vor allem an der Kundenstruktur: Leoni beliefert in erster Linie das "Premium-Segment" mit Autoherstellern wie Porsche , DaimlerChrysler  oder Audi/VW . Mit gesicherten Großaufträgen von DaimlerChrysler, Opel und BMW  soll der Umsatz bis 2005 auf 1,7 Milliarden Euro steigen. Auch weitere Akquisitionen seien geplant, sagte Probst.

Vorstand sieht Marktchancen in China

In Europa ist Leoni im Bereich Bordnetze die Nummer eins. Man sehe die Möglichkeit, auch in den USA mit Chrysler sowie General Motors  ins Geschäft zu kommen, sagte Probst, der seit wenigen Wochen an der Spitze der Leoni AG steht. In China bestünden Marktchancen vor allem in den Bereichen Telefonfestnetz und Mobilfunk, in der Hausgeräteindustrie sowie bei der Draht- und Litzenherstellung für die Kabelindustrie.

Probleme macht der Bereich Draht. Hier sank der Umsatz um 26 Prozent. Bis 2004 müsse die Wende geschafft sein, sagte Probst. "Auf Dauer akzeptieren wir keine Quersubventionen." Leoni beschäftigte zum 30. Juni 17.423 Mitarbeiter, fast 1000 weniger als noch im ersten Quartal. Ursache des Rückgangs war vor allem Rationalisierung an ausländischen Standorten.

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