Merrill-Lynch-Studie Die neue Skepsis der Anlageprofis

Trübe Stimmung bei internationalen Fondsmanagern. Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung schwindet.

London - Anlageprofis nehmen eine zunehmend defensive Haltung ein. Dies ist das Ergebnis der August-Umfrage von Merrill Lynch. Fondsmanager hätten die Hoffnung auf eine weltweite Erholung verloren und die Erwartungen dementsprechend herunter geschraubt, erklärte Merrill Lynch am Dienstag in London. Das US-Investmenthaus hatte 292 institutionelle Investoren befragt, die insgesamt weltweit über 706 Milliarden US-Dollar Fondsvermögen verwalten.

Noch im Juli seien institutionelle Investoren davon ausgegangen, dass eine globale Erholung der Erträge pro Aktie (EPS) um 10 Prozent nach sich ziehen könnte. In diesem Monat hingegen hätten sich die Portfoliomanager vorsichtiger gezeigt und ein Plus von sieben Prozent prognostiziert.

Hoffen auf die Bodenbildung

Zwar hätten Fondsmanager ihr Vertrauen in eine Erholung verloren hätten und sähen nun Kostensenkungen als Haupttreiber für Ertragswachstum, sagte David Bowers, Chefstratege bei Merrill Lynch. "Gleichzeitig hoffen sie, dass wir uns einer Bodenbildung am Aktienmarkt nähern."

34 Prozent der befragten Fondsmanager halten die Börsen laut Merrill Lynch für zu niedrig bewertet. Ein Viertel sei der Ansicht, die Aktien seien derzeit um mindestens 15 Prozent unterbewert. Dennoch ist der Merrill Lynch Stock Market Conditions Indicator von 15,6 im Juli auf 14,9 im August gesunken. Damit rechnen die Fondsmanager mit niedrigeren Unternehmensgewinnen als zuvor.

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