Deutsche Bank Armdrücken mit Deutscher Börse

Der Aufbau einer Handelsplattform liegt offenbar auf Eis. "Xetra Best" scheint ein Kompromiss.

Die Deutsche Bank  hat einem Zeitungsbericht zufolge beim Aufbau einer alternativen Handelsplattform einen Rückschlag erlitten.

Die beiden Frankfurter Manager Peter Musiol und Jürgen Bolz würden im Rahmen einer "Umstrukturierung" von dem Projekt abgezogen, schreibt das "Handelsblatt". Während Bolz eine andere Aufgabe im Bereich Equities übernehme, verlasse Musiol Ende 2002 die Bank.

Der von den Frankfurtern betreute Bereich werde künftig dem Derivategeschäft in London zugeschlagen. Die Deutsche Bank hat dem "Handelsblatt" nicht bestätigt, dass das Projekt damit beendet sei. Das Finanzinstitut äußerte sich Zeitungsangaben auch nicht dazu, wie weit die Handelsplattform mittlerweile fortgeschritten ist.

Deutsche Börse hält dagegen

Doch schon seit einiger Zeit sei deutlich geworden, dass es in der noch im Dezember 2000 geplanten Form nicht aufgestellt werden könne. Die mit einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro zu schaffende Handelsplattform sollte so viele Order wie möglich auf die eigenen Systeme umleiten und damit Abwicklungskosten der Deutschen Börse AG sparen.

Die Deutsche Börse hat auf diese Bedrohung reagiert, indem sie mit ihrem neuen System "Xetra Best" den beteiligten Banken die Möglichkeit gibt, Aufträge intern zu verrechnen. Auf diese Weise soll der Ausbau eigener Handelsplattformen verhindert werden - offenbar mit Erfolg.