MLP Lautenschläger will nicht verkaufen

Firmengründer Manfred Lautenschläger hat einen Schuldigen für den rasanten Kurssturz gefunden. Der Hauptaktionär hält an seinen Anteilen fest.

Frankfurt am Main - Der MLP-Gründer und Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger will derzeit keine Aktien an dem Finanzdienstleister abgeben. "Ich werde nicht verkaufen", sagte er der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Es habe aber bereits Anfragen von Investoren für die Übernahme von MLP-Anteilen gegeben. "Aber wir sind nicht aktiv auf Investoren zugegangen."

Angesprochen auf die jüngsten massiven Kursverluste der Aktie sagte er, MLP sei von Leerverkäufern demontiert und "zu Unrecht vorgeführt" worden. Als Hintergrund für den massiven Kursverfall der Aktie sieht er das "extreme Kurs-Gewinn-Verhältnis" – eine Gemeinsamkeit, die MLP mit Neuen-Markt-Unternehmen gehabt habe.

"Dass sich Profis ein so hoch bewertetes Unternehmen vornehmen und mit Leerverkäufen arbeiten, war die Folge", sagte Lautenschläger. "Der Gesetzgeber sollte sich Gedanken machen, ob man nicht einen Riegel vorschieben sollte, dass auf diese Weise Unternehmen demontiert werden", forderte Lautenschläger.

Einem drohenden Ausscheiden des Unternehmens aus dem Dax sieht er gelassen entgegen: "Für mich ist es kein Evangelium, ob wir im Dax sind oder nicht. Für unsere Kunden spielt dies ohnehin keine Rolle".

Die deutsche Börse berät in der nächsten Woche über die Zusammensetzung des Dax. MLP wird als möglicher Abstiegskandidat aus dem Index der 30 führenden Werte gehandelt. Die Aktien des Heidelberger Unternehmens haben nach Berichten über angebliche Bilanzierungstricks erheblich an Wert verloren.

MLP hat die "ungerechtfertigten" Vorwürfe stets zurückgewiesen. Am Mittwoch erholte sich die Aktie wieder und notierte knapp über der Marke von zehn Euro. MLP hatte erst am 23. Juli vergangenen Jahres die Dresdner Bank im Dax ersetzt. Damals kostete das Papier des Finanzdienstleisters noch 123 Euro.

Lautenschläger verneinte, dass die Kunden des Unternehmens mit Unruhe auf die Diskussionen reagierten. Es gebe Sympathiebekundungen, weil die Kunden durchschauten, "welches Spiel mit MLP getrieben" werde.

Handlungsbedarf bestehe bei der Besetzung von Positionen durch Außenstehende, sagte Lautenschläger der Zeitung. Das sei bei schnell wachsenden Unternehmen nicht ungewöhnlich. Die viel diskutierte Personalie Finanzvorstand werde bis zum Jahresende erledigt sein, kündigte Lautenschläger an.

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