Indizes Epcos droht der Abstieg

Nach der neuen Rangliste der Deutschen Börse ist Epcos nun Abstiegskandidat Nummer Eins. MLP darf auf den Klassenerhalt im Dax hoffen. Im MDax profitiert Aufstiegskandidat Altana. Einige Analysten gehen sogar von jeweils zwei Auf- und Absteigern aus.

Hamburg - Für den Bauelemente-Hersteller Epcos sind die Chancen, im Dax zu verbleiben, nach Veröffentlichung der neuen Rangliste der Deutschen Börse deutlich gesunken. Der Finanzdienstleister MLP darf dagegen auf einen Verbleib im Index hoffen. Nach der Rangliste der Deutschen Börse zählen Epcos , MLP  und möglicherweise auch Fresenius Medical Care  zu den Wackelkandidaten.

Marktkapitalisierung stark gefallen

Nach ihrem Börsenwert und ihrem Börsenumsatz müssen Dax-Mitglieder jeweils zu den 35 stärksten Werten des amtlichen Handels gehören.

Die Wackelkandidaten bringen es nach der neuen Rangliste in punkto Marktkapitalisierung nur auf hintere Platzierungen. Nach Börsenwert belegt Epcos Rang 39, MLP Rang 35 und FMC Platz 32. Nach Börsenumsatz befinde sich Epcos auf Rang 22, MLP auf Rang 21 und FMC auf Rang 26, so die Angaben der Deutschen Börse.

Die Marktkapitalisierung von MLP reichte damit zum Stichtag 31. Juli noch für Platz 35. Erst danach ist die Aktie um weitere 50 Prozent eingebrochen: Geht es nach dem Stichtag und bleibt die weitere Kursentwicklung außen vor, dürfte MLP seinen Platz im Dax behalten.

Entscheidung nächste Woche

Die potenziellen Dax-Aufsteiger Altana , Deutsche Börse  und Beiersdorf , die zur Zeit noch im M-Dax notiert sind, bringen es nach Börsenwert auf die Plätze 23, 24 und 28. Nach Börsenumsatz belegen sie die Plätze 30, 34 und 33. Damit erfüllen sie alle drei die Aufnahmekriterien der Deutschen Börse für eine Aufnahme in den Dax.

Der Arbeitskreis der Deutschen Börse entscheidet am kommenden Dienstag, 13. August, über eine mögliche Neuordnung der Indizes. Zu den regulären Anpassungsterminen kommen für den Dax die "35/35 Regel", für den MDAX die "110/110 Regel" und für den Nemax-50 die "60/60 Regel" zum Einsatz. Dies bedeutet, dass eine Gesellschaft dann in den Index aufgenommen werden kann, wenn sie sowohl nach dem Börsenumsatz als auch nach der Marktkapitalisierung zu den 35/110/60 größten Unternehmen gehört.

Es kann auch zwei Absteiger geben

Einige Analysten rechnen mit einem größeren Stühlerücken. Nach Angaben von M.M. Warburg dürften dabei sowohl Epcos als auch MLP aus dem Dax fallen. Als Nachrücker aus dem MDax kämen dann Altana und die Deutsche Börse selbst in den Dax-30-Index.

MLP belege bei der Marktkapitalisierung zwar noch Rang 35, liege aber nach den starken Kursverlusten der vergangenen Tagen nur noch auf Platz 55, argumentieren die Experten von M.M. Warburg. Beim Börsenumsatz seien beide Unternehmen noch unter den besten 35 platziert. Die besten Chancen auf eine Aufnahme in den Dax habe Altana, die bei der Marktkapitalisierung Platz 23 und beim Börsenumsatz Rang 30 belegen, sowie die Deutsche Börse AG (24/34).

MDax: Drei Nachrücker stehen bereit

Im MDax dürften die Titel von Gold-Zack, Babcock Borsig, Cargolifter und AGIV Real Estate zur Disposition stehen. Aufnahmekandidaten seien die Mannheimer AG Holding (Marktkapitalisierung Platz 62, Umsatz Platz 106), Aareal Bank (70/56) und Klöckner Werke (110/93). Daneben gebe es kein Unternehmen, dass die "110/110 Regel" erfülle, so M.M. Warburg.

Nemax 50: Micronas darf hoffen

Im Nemax-50 gibt es nach Angaben der Analysten kein Unternehmen, das sowohl nach der Marktkapitalisierung als auch nach dem Börsenumsatz schlechter als Platz 60 eingestuft ist. Allerdings verfehle Pandatel mit einer Marktkapitaliserung von nur noch 14 Millionen Euro und Rangplatz 114 das geforderte Kriterium deutlich. Mögliche Aufnahmekandidaten seien Micronas (6/70) und Viva Media AG (46/61), wobei beide Unternehmen das Umsatzkriterium knapp verfehlten.

MLP: Der Drahtseilakt

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