Cisco Systems Verlustzone verlassen

Der US-Konzern hat die Analysten-Erwartungen übertroffen und einen Überschuss von 1,9 Milliarden Dollar gemeldet. Die Aktie legt nachbörslich kräftig zu.

San Jose - Der amerikanische Netzwerk-Ausrüster Cisco Systems  hat im vierten Geschäftsquartal seine Ergebnisse im Jahresvergleich gesteigert und die Analysten-Erwartungen übertroffen. Im Geschäftsjahr 2001/2002 sei der Umsatz zwar um 15 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar geschrumpft, das im Nasdaq-100-Index notierte Unternehmen habe aber die Verlustzone verlassen, teilte der nach eigenen Angaben weltweit führende Netzwerk-Ausrüster für das Internet am Dienstag nachbörslich im kalifornischen San Jose mit.

Der Geschäftsjahres-Überschuss betrage 1,9 Milliarden Dollar beziehungsweise 0,25 Dollar je Aktie. Im Jahr 2000/01 hatte das Unternehmen noch einen Fehlbetrag von 1,0 Milliarden Dollar oder 0,14 Dollar je Aktie gemeldet. Cisco werde den Geschäftsjahres-Finanzbericht Ende September beeiden. Zudem teilte der Netzwerk-Ausrüster mit, die Cisco-Spitze habe das Aktienrückkauf-Programm von 3 auf 8 Milliarden Dollar bis 12. September 2003 aufgestockt.

"Das war ein weiteres solides Quartal für Cisco, trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen", sagte Unternehmenschef John Chambers. Cisco habe sich auf vier Kernfelder konzentriert: Gewinne, die Erhöhung der liquiden Mittel, Produktivität und die Eroberung von Marktanteilen.

Pro-Forma-Gewinn je Aktie von 0,14 Dollar

"Wir haben uns jedes Quartal beständig in jeder dieser Kategorien verbessert", sagte Chambers. So sei beispielsweise die Produktivität gegenüber dem vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres um 22 Prozent gestiegen.

Im vierten Geschäftsquartal erwirtschaftete Cisco nach eigenen Angaben einen Pro-Forma-Gewinn je Aktie von 0,14 Dollar nach 0,02 Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal und übertraf damit die Experten-Prognosen. Aus diesem Ergebnis herausgerechnet seien unter anderem Akquisitionskosten und einmalige Sonderkosten.

Überschuss im vierten Quartal: 772 Millionen Dollar

Von First Call-Thomson Financial befragte Analysten hatten lediglich mit 0,12 Dollar je Aktie gerechnet. Im Berichtszeitraum hat Cisco nach eigenen Angaben die Übernahmen von Hammerhead Networks und Navarro Networks abgeschlossen.

Der Überschuss im vierten Geschäftsquartal nach dem US-Bilanzierungsstandard GAAP stieg laut Cisco auf 772 Millionen Dollar (0,10 Dollar/Aktie) verglichen mit 7 Millionen Dollar (0,00 Dollar/Aktie). Cisco setzte mit 4,8 Milliarden Dollar 12 Prozent mehr um als im Vergleichszeitraum.

Aktienrückkauf wird ausgeweitet

Zuversicht für das nächste Quartal

Nach den unerwartet gut ausgefallenen Quartals-Daten erwartet der Vorstand nun in den ersten drei Monaten 2002/03 einen stagnierenden bis leicht höheren Umsatz gegenüber dem Vorquartal an. Falls der Umsatz steige, werde das Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich liegen, sagte Finanzvorstand Larry Carter.

Von First Call/Thomson Financial befragte Analysten erwarten derzeit einen Quartals-Umsatz von 5 Milliarden Dollar sowie einen Ertrag je Aktie von 0,12 Dollar.

Finanzvorstand Larry Carter geht in Rente

Carter wird nach Cisco-Angaben nächsten Mai an seinem 60. Geburtstag in den Ruhestand gehen. Sein Nachfolger werde dann der bereits im Finanzbereich tätige Dennis Powell (vice president corporate finance).

Außerdem teilte der Vorstand mit, dass das laufendes Aktienrückkaufprogramm um fünf Milliarden Dollar auf bis zu acht Milliarden Dollar ausgeweitet wurde. Eine entsprechende Entscheidung habe der Board gefällt, teilte der Netzausrüster bei Vorlage des Geschäftsausweises mit.

Aktie legt nachbörslich kräftig zu

Das bis zum 12. September nächsten Jahres laufende Programm war im September vergangenen Jahres mit einem Volumen von drei Milliarden Dollar ausgestattet worden. Bisher seien Aktien im Wert von rund zwei Milliarden Dollar zurückgekauft worden, hieß es weiter.

Die Aktie des Unternehmens stieg im nachbörslichen Geschäft auf der elektronischen Handelsplattform Instinet auf 12,47 Dollar, nachdem sie kurz nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst auf 11,95 Dollar gefallen war. Den regulären Handel an der US-Technologiebörse Nasdaq hatte sie mit einem Plus von mehr als sechs Prozent bei 12,07 Dollar beendet. Seit Jahresbeginn waren der Wert um 33 Prozent gefallen.

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