Pfeiffer Vacuum Erwartungen verfehlt

Prognose gesenkt, die Aktie bricht ein. Das neue DVD-Geschäftsfeld drückt das Ergebnis.

Asslar - Der Vakuumpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum  hat nach einem schwachen zweiten Quartal seine Planung für das Gesamtjahr 2002 nach unten korrigiert und damit für deutliche Kursverluste gesorgt. Die im Auswahlindex Nemax50 gelisteten Pfeiffer-Aktien verloren in der ersten Handelsstunde bis zu 17 Prozent und fielen auf ein Jahrestief von 16,60 Euro. Die Aktie konnte dann ihre Verluste zunächst deutlich rutschte bis elf Uhr aber wieder auf 18,32 Euro ab: ein Minus von mehr als acht Prozent.

Quartalsergebnis vor Steuern nahezu halbiert

Die anhaltende Halbleiterkrise in den USA sowie eine rückläufige Nachfrage in Europa hätten im zweiten Quartal den Umsatz auf 36,5 Millionen Euro von 43,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum einbrechen lassen, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 4,1 (Vorjahr 7,6) Millionen Euro nahezu halbiert. Der Gewinn nach Steuern sei auf 2,7 (4,9) Millionen Euro gesunken.

Investititonen in neues Geschäftsfeld DVD belasten

Vor allem Vertriebs- und Entwicklungskosten für den neuen Geschäftsbereich DVD hätten die Ergebnissituation belastet. Die Erwartungen der Analysten wurden sowohl bei Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich verfehlt. Für das Gesamtjahr rechnet Pfeiffer nicht mehr mit dem bislang anvisierten Umsatzplus von rund zwölf Prozent auf 190 (170) Millionen Euro, sondern mit einem Rückgang von bis zu fünf Prozent.

Von Reuters befragte Analysten hatten für das zweite Quartal im Durchschnitt einen Umsatz von 40 Millionen Euro sowie ein Ebit von 5,7 Millionen Euro prognostiziert. Beim Periodenüberschuss rechneten die Experten mit 3,7 Millionen Euro.

Geschäft in den USA bricht ein

Vor allem in den USA sei der Umsatz wegen der anhaltenden Krise der Chipindustrie in den ersten sechs Monaten um 28 Prozent eingebrochen, teilte die Gesellschaft weiter mit.

Pfeiffer liefert Hochvakuumpumpen und Vakuummessgeräte an die Tool-Hersteller zur Produktion von Wafern. Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten sowie hohe Lagerbestände bei den Halbleiterproduzenten ließen noch keinen nachhaltigen Aufschwung erkennen, zeigte sich Pfeiffer skeptisch. Auch in Deutschland (minus 18,9 Prozent) sowie im restlichen Europa (minus 16,5 Prozent) seien die Umsätz eingebrochen.

Die Auftragseingänge seien in den ersten sechs Monaten auf 74,8 (86,4) Millionen Euro zurückgegangen, während sich diese auf Quartalsbasis stabilisierten. Für die Monaten April bis Juni bezifferte Pfeiffer die Auftragseingänge mit 39,4 Millionen Euro. Während diese damit auf dem Niveau des Vorjahresquartals liegen, legten die Aufträge im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres sogar um 11,3 Prozent zu.

Pfeiffer rückt von Jahresplanung ab

Für das Gesamtjahr rückte die Gesellschaft angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage von ihren bisherigen Planungen ab. "Mit wenigen Ausnahmen stagniert die Wirtschaftsentwicklung in allen Regionen. Eine Trendwende ist noch nicht erkennbar. Wir werden daher das gesteckte Ziel von etwa zwölf Prozent Wachstum in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreichen", erklärte Vorstandschef Wolfgang Dondorf.

"Der Umsatz dürfte sich mit einer Schwankungsbreite von plus/minus fünf Prozent auf Vorjahresniveau (170 Millionen Euro) bewegen", fügte er hinzu. Die Umsatzrendite werde im Gesamtjahr über der Halbjahresrendite von 7,6 Prozent liegen.

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