Steag Zurück in die Gewinnzone

Die Zahlen schlagen die Erwartungen. Der Anlagenbauer schraubt die Prognose hoch.

Sternenfels - Steigende Aufträge und der Erfolg seiner Sparmaßnahmen haben den am Neuen Markt gelisteten Anlagenbauer Steag Hamatech  mutiger gemacht. Der Hersteller von DVD- und CD-Produktionsmaschinen schraubte am Dienstag seine Gewinnprognose für 2002 nach oben.

Die Steag-Hamatech-Aktie legte am Mittwoch zum Börsenauftakt 1,15 Prozent auf 4,40 Euro zu. Das Papier des ebenfalls am Neuen Markt gelisteten Konkurrenten Singulus  war am Dienstag trotz positiver Zahlen auf ein Jahrestief gefallen und gaben am Dienstag zu Handelsbeginn 14 Prozent auf 15,60 Euro ab. Analysten hatten dies mit nachlassender Wachstumsdynamik bei Singulus begründet.

"Wir sind auf dem richtigen Weg und dabei schneller vorangekommen als erwartet", sagte Vorstandschef Stephan Mohren in Sternenfels bei Pforzheim. Steag Hamatech rechne nach der Gewinnwende nun mit einem um Einmaleffekte bereinigten Ergebnis vor Steuern von vier Millionen Euro statt bislang 2,6 Millionen Euro.

Erwartungen der Analysten übertroffen

Der Umsatz werde voraussichtlich mit 125 (2001: 122,9) Millionen Euro knapp über dem Vorjahreswert liegen. Mohren will den Vorstandsvorsitz bereits Ende August abgeben. Im ersten Halbjahr übertraf Steag Hamatech bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen der Analysten.

Das Ergebnis vor Steuern habe sich von Januar bis Juni auf 3,8 (Vorjahreszeitraum: minus 18,1) Millionen Euro verbessert, teilte Steag Hamatech mit. Um Nachzahlungen aus dem Verkauf von abgeschriebenen Maschinen bereinigt, lag der Gewinn vor Steuern bei 0,9 Millionen Euro.

Operatives Ergebnis von 4 Millionen Euro

Die Abschreibung von 40 Millionen Euro auf die nicht pünktlich bezahlten Anlagen hatte Steag Hamatech 2001 tief in die roten Zahlen geführt. Das operative Ergebnis (Ebit) übertraf mit 4,0 Millionen Euro die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die im Durchschnitt mit 2,34 Millionen Euro gerechnet hatten.

Auch der Umsatz übertraf mit 59,2 (72,6) Millionen Euro die Expertenprognosen leicht. Dennoch hielt Steag Hamatech an seiner Umsatzprognose fest. Ende Juni hätten Aufträge im Wert von 83,9 Millionen Euro vorgelegen.

Stefan Reineck wird neuer Vorstandschef

Neuer Vorstandschef von Steag Hamatech soll zum 1. September der 50 Jahre alte Stefan Reineck werden. Mohren sagte, nach dem "Comeback" des Unternehmens könne er nach zehn Jahren an der Spitze beruhigt früher als geplant ausscheiden.

Reineck war nach Unternehmensangaben zuletzt als Unternehmensberater und Investor tätig, kommt aber aus der Branche. Mohren werde dem Unternehmen als Berater erhalten bleiben, aber eigene unternehmerische Ziele verfolgen.

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