Commerzbank Mit Mühe schwarze Zahlen

Die ersten Quartalszahlen sind durchgesickert. Die Aktie gibt zunächst kräftig ab, kann sich gegen Mittag aber wieder fangen.

Frankfurt am Main - Die Commerzbank  hat nach Angaben aus Finanzkreisen im zweiten Quartal gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. "Der Gewinn vor Steuern liegt im zweiten Quartal bei rund 25 Millionen Euro", erfuhren die Nachrichtenagentur Reuters und die Börsen-Zeitung aus Finanzkreisen. Nach Steuern und Anteilen Dritter bleibe damit ein Betrag von "unter drei" Millionen Euro.

Die Commerzbank-Aktie markiert am Dienstag zunächst einen Tiefstand von 9,63 Euro und fiel erneut unter das am Vortag zeitweilig markierte Allzeittief. Gegen Mittag konnte sich der Titel allerdings erholen und stand mit mehr als drei Prozent im Plus bei 10,21 Euro.

Einige Marktteilnehmer waren sogar von einem negativen Vorsteuergewinn für das Quartal ausgegangen, sagte ein Händler. Dennoch könne man mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein. Allerdings sei die Aktie zuvor deutlich abgestraft worden, begründete er den Kursaufschwung am späten Vormittag.

Im ersten Quartal 2002 hatte das Vorsteuerergebnis noch bei 153 Millionen Euro gelegen und im zweiten Quartal 2001 sogar 246 Millionen Euro betragen. Die Commerzbank wird ihre Zahlen offiziell am Donnerstag vorlegen. Ein Bank-Sprecher wollte die Ergebnisse nicht kommentieren.

Bank stockt Risikovorsorge deutlich auf

Die drittgrößte Geschäftsbank Deutschlands hat ebenso wie ihre Wettbewerber unter den schwachen Aktienmärkten gelitten. "Die Bank hat es auf der Ertragsseite schwer gehabt, vor allem das Handelsergebnis ist im Quartal mit gut 100 Millionen Euro dünn ausgefallen", hieß es in den Kreisen weiter. Im Eigenhandel hatte die Bank in den ersten drei Monaten 2002 noch 313 Millionen Euro verdient.

Angesichts immer noch steigender Insolvenzen habe das Institut seine Risikovorsorge aufgestockt auf mehr als 300 Millionen Euro nach 254 Millionen Euro im Vorquartal. Den Kostenanstieg hat die Bank offenbar im Griff, denn der Verwaltungsaufwand liege für das Quartal unter den im ersten Quartal angegebenen knapp 1,4 Milliarden Euro.

15 von Reuters befragte Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Vorsteuergewinn von 32 Millionen Euro, wobei einige auch einen Verlust prognostizieren. Nach Steuern und Anteilen Dritter erwarten sie einen Gewinn von neun (126) Millionen Euro.

Commerzbank: Der Kunde ist König

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.