Epcos Weitere Entlassungen

Der Bauelemente-Hersteller will durch scharfen Sparkurs zurück in die Gewinnzone.

München - Nach unerwartet starken Verlusten will der Bauelemente-Hersteller Epcos  mit noch stärkerem Stellenabbau dafür sorgen, dass das Unternehmen auch bei einer weiter schwachen Konjunktur in die schwarzen Zahlen zurückkehrt. In Europa sollen nochmals 300 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Die Auftragseingänge deuteten derzeit nicht auf eine baldige Belebung des Geschäfts hin, sagte Epcos-Chef Gerhard Pegam am Mittwoch. "Deshalb wird sich Epcos ein Kostenkostüm schneidern, das auch bei anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positive Ergebnisse liefern wird." Bislang hatte der Siemens-Ableger den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen angekündigt, davon 800 in Deutschland.

Pegam zeichnete ein düsteres Bild der Branchenlage. "Neue Projekte bei Kunden wurden verschoben, der Preisverfall ging weniger zurück als erwartet, und insgesamt hat sich das Geschäftsklima im Heimatmarkt Europa verschlechtert." Nachdem die Auftragseingänge in den Vorquartalen nach oben gezeigt hätten, rechnete das Unternehmen eigentlich mit einer spürbaren Trendwende. Gerade in der Telekommunikation und in der europäischen Automobilelektronik fielen die Auftragseingänge im dritten Quartal aber schwach aus. Nach jüngsten Angaben hat Epcos 13 000 Mitarbeiter.

Überraschender Quartalsverlust

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 (30. September) machte Epcos einen überraschenden Verlust von 9,3 Millionen Euro nach einem Gewinn von 22,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auch im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun rote Zahlen. Der Umsatz sank im dritten Quartal verglichen mit dem Vorjahr von 440 auf 329 Millionen Euro. Im Vorquartal lag der Umsatz bei 338 Millionen Euro.

Zu den 160 Millionen Euro Einsparungen, die im laufenden Geschäftsjahr sicher seien, würden in 2002/03 noch einmal eine ähnliche Größenordnung angestrebt. Im laufenden Quartal allerdings werden die Restrukturierungskosten das Ergebnis noch einmal mit 30 Millionen Euro einmalig belasten, hieß es.

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