Metro Optimistisch trotz "Käuferstreik"

Trotz lustloser Konsumenten hält der Konzern an seiner Prognose fest. Anleger steigen ein.

Frankfurt am Main - Der weltweit fünftgrößte Einzelhandelskonzern Metro hat die Kaufzurückhaltung der Kunden im zweiten Quartal erneut zu spüren bekommen und bei steigendem Umsatz weniger verdient als im Jahr zuvor. Gleichzeitig bestätigte der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf seine Prognose für das Gesamtjahr.

Die Aktie von Metro  legte daraufhin am Mittwoch zeitweise mehr als vier Prozent zu: Nach dem Kurssturz der Aktie, die seit Jahresbeginn zeitweise knapp 50 Prozent nachgegeben hat, sehen einige Anleger wieder Einstiegschancen.

Nach wie vor erwartet Metro ein Wachstum beim Gewinn je Aktie (EPS) von rund 10 Prozent. Einige Analysten hatten aufgrund der anhaltenden Konjunkturschwäche mit einer Korrektur der bislang abgegebenen Schätzungen des Konzerns gerechnet. Der Umsatz soll im Gesamtjahr unter Berücksichtigung von Währungseffekten um 5,5 bis 6 Prozent zulegen. Damit präzisierte Metro seine Umsatzprognose.

Gewinn wie erwartet gesunken

Das betriebliche Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist binnen Jahresfrist von 192,80 auf 181,80 Millionen Euro gesunken. Der Nettogewinn verringerte sich von 67,20 Millionen Euro im Vorjahr auf 58,80 Millionen Euro. Das EPS betrug im zweiten Quartal 0,18 Euro nach 0,21 Euro. Damit erfüllte Metro die Schätzungen der Analysten. Der Umsatz stieg dagegen von 11,868 Milliarden Euro auf 12,057 Milliarden Euro.

Euro belastet - Cash & Carry weiter stark

Die deutliche Aufwertung des Euro vor allem im zweiten Quartal habe zu negativen Währungseffekten geführt, teilte Metro mit. Dies habe vor allem die Geschäfte in Großbritannien, Polen, Rumänien, der Türkei und China beeinflusst.

Das Cash & Carry-Geschäft, das sich vor allem an Großkunden wendet, erwies sich weiterhin als das Zugpferd des Konzerns. Hier konnte Metro das EBIT im Vergleich zum Vorjahr von 131,50 Millionen auf 150,0 Millionen Euro steigern. Der Auslandsanteil dieser Sparte am Umsatz erhöhte sich von 76,4 Prozent auf 77,1 Prozent.

Elektronik mit gutem Ergebnis

Zulegen konnten auch die Elektronikfachmärkte. Entgegen den Trend steigerte die Media Markt/Saturn-Gruppe in Deutschland ihren Umsatz um 11,1 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro und gewann Marktanteile hinzu. Das Ebit verdoppelte sich in Jahresfrist auf 16,9 Millionen Euro.

Dagegen belastete die Weitergabe rückläufiger Erzeugerpreise bei Frischeprodukten den Lebensmitteleinzelhandel und die Verbrauchermärkte. Vor allem letztere bekamen den Preiskampf in der Branche zu spüren und mussten Marktanteile abgeben. Das EBIT verschlechterte sich von -3,9 Millionen auf -10,7 Millionen Euro. Rückläufig entwickelten sich auch die Praktiker-Baumärkte und die Kaufhof-Warenhäuser.

Das Vertriebsnetz des Konzerns wurde um 41 Standorte erweitert. Damit ist Metro zum Ende des zweiten Quartals mit 2.294 Standorten vertreten.

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