Vodafone Umsatz angehübscht

Mobilfunkriese im Visier. Ein Teil der Umsätze soll aufgebläht worden sein.

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat einem Zeitungsbericht zufolge zugegeben, mit seiner Bilanzierungspraxis seine Umsätze im Vergleich zu anderen Wettbewerbern aufgebläht zu haben. In einigen Fällen seien alle Erlöse aus den mobilen Internetdiensten als eigene Umsätze verbucht worden, obwohl Teile davon an Inhalte-Lieferanten abgegeben werden mussten, schreibt die "Financial Times" in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf das Unternehmen. Heute treffen sich die Aktionäre von Vodafone zur Hauptversammlung.

Vodafone verteidigt den Angaben zufolge diese Praxis. Die Einnahmen seien nur in den Fällen komplett verbucht worden, in denen Vodafone die Zahlungen bei den Kunden selbst eingetrieben und das Risiko von Zahlungsausfällen getragen habe.

T-Mobile: Kein Kommentar

Unterdessen hätten sich weitere Mobilfunkbetreiber geäußert, berichtet die "Financial Times". So habe mm02 gesagt, sie verbuche entsprechende Zahlungen nicht als Umsatz, wenn sie an Dritte weitergegeben würden. Gleichlautend habe sich der französische Mobilfunker Orange geäußert. Dagegen wollte der britische Zweig von T-Mobile International AG, Bonn, keinen Kommentar abgeben. Analysten bewerten den Vorgang unterschiedlich. Einige hoben hervor, dass durch die Praxis der durchschnittliche Umsatz je Nutzer (ARPU) zu hoch ausgewiesen worden sei. Dagegen urteilten andere Experten, dass es sich bei den fraglichen Beträgen lediglich um einen winzigen Teil des Gesamtumsatzes handele.

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