Deutsche Post Brüssel vermiest das Ergebnis

Der Gewinn ist drastisch eingebrochen. Die EU-Rückzahlungen belasten die Bilanz deutlich.

Bonn - Die Halbjahresbilanz der Deutschen Post  wird durch die anstehende Rückzahlung von insgesamt 850 Millionen Euro als unerlaubte Beihilfen schwer belastet. Der Konzerngewinn liege nach den ersten sechs Monaten 2002 bei nur noch 155 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im Vorjahr war noch gut eine Milliarde Euro Gewinn erwirtschaftet worden.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebitda) ging im Halbjahr um sechs Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz stieg um mehr als 15 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hatte die Post zur Rückzahlung von 572 Millionen Euro plus in mehreren Jahres aufgelaufener Zinsen als unerlaubte Staatsbeihilfen verpflichtet.

Als Reaktion auf die Brüsseler Beihilfen-Entscheidung sowie die angeordnete Portosenkung wolle Vorstandschef Klaus Zumwinkel am Mittwoch ein Fünf-Punkte-Programm vorstellen, hieß es weiter. Die Post hatte Anfang Juli nach der Anordnung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, das Porto zum 1. Januar 2003 zu senken, bereits drastische Sparmaßnahmen angekündigt. Damals war von dem möglichen Abbau von bis zu 10.000 Stellen im Briefdienst sowie der Schließung von rund 1000 Filialen die Rede.

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