Qwest Ordentlich zugelangt

500 Millionen Dollar - diese Summe verdienten Manager des Konzerns 1999 und 2001 mit Aktienverkäufen.

New York - Manager des amerikanischen Telekom-Konzerns Qwest Communications International  haben nach Informationen der "New York Times" zwischen 1999 und 2001 rund 500 Millionen Dollar beim Verkauf von Aktien des Unternehmens verdient. Im gleichen Zeitraum hatte das Unternehmen mehr als eine Milliarde Dollar an Umsätzen falsch verbucht.

Unter anderem soll der frühere Qwest-Chef Joseph P. Nacchio, der vor einem Monat zum Rücktritt gezwungen worden war, 227 Millionen Dollar erlöst haben. Die Zeitung beruft sich auf die Firma Thomson Financial, der Unterlagen der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC vorlägen.

Der Konzern hatte erst vor wenigen Tagen zugeben müssen, dass mehr als eine Milliarde Dollar an Umsätzen falsch verbucht wurden. In den Jahren 1999 bis 2001 sind demnach insgesamt 1,16 Milliarden Dollar an Erlösen aus dem Geschäft mit optischen Netzwerken falsch bilanziert worden. Auch die Prognose für das Jahr 2002 von rund 18 Milliarden Dollar Umsatz wurde zurückgenommen.

Die Bilanzierungspraktiken des Unternehmens waren bereits seit März von der Börsenaufsicht SEC untersucht worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg standen dabei Geschäfte mit optischen Netzwerken im Mittelpunkt, bei denen Qwest zunächst Kapazitäten an andere Anbieter verkauft und später wieder ein gleiches Volumen zurückgekauft habe.

Es wurde vermutet, dass dadurch die sinkenden Umsätze in dem Bereich geschönt werden sollten. Die Korrektur betreffe knapp ein Fünftel des Umsatzes im Geschäft mit optischen Netzwerken in diesem Zeitraum, teilte Qwest mit.

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