Wall Street Eingreiftruppe für Aktionäre

Verhinderte das "Plunge Protection Team" den Crash? Gerüchte über Interventionen an den US-Börsen machen die Runde.

Frankfurt am Main - Für Gerüchte um eine Intervention der US-Notenbank Federal Reserve am Aktienmarkt gibt es nach Einschätzung der Commerzbank zwar keine Beweise, aber eine Reihe von Hinweisen. Dies geht aus einer am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Studie der Commerzbank hervor.

Wie sonst habe der Dow-Jones-Index am Montag ohne nennenswerte Gründe innerhalb der letzten Handelsstunde ein Minus von 440 Indexpunkten beinahe wettmachen können, fragt Volkswirt Carsten Fritsch. Es seien in der jüngeren Vergangenheit mehrfach solche Erholungen im späten Handelsverlauf zu erkennen gewesen.

Das so genannte "Plunge Protection Team" werde verdächtigt, gezielte Interventionen getätigt zu haben, schreibt Fritsch. Nach dem Börsencrash im Jahre 1987 wurde das "Plunge Protection Team" ins Leben gerufen wurde. Ihm gehören der Chairman der Federal Reserve und die Präsidenten der Wertpapieraufsichtsbehörden SEC und CFTC an. Ziel des Teams ist es, bei kräftigen Kursverlusten an den Aktienmärkten einen Kundenansturm auf Banken, Maklerfirmen und Investmentfonds zu verhindern.

Dies lasse sich laut Fritsch am einfachsten erreichen, indem Kursstürze von vornherein eingedämmt würden. Falls der Markt hinreichend "Short" positioniert sei, bedürfe es hierzu keiner "allzu großen finanziellen Mittel", schreibt Fritsch. Die neun größten Tagesgewinne am US-Aktienmarkt seien allesamt in die Zeit des aktuellen Bärenmarktes seit 2000 gefallen, weil es an diesen Tagen zu Eindeckungen von Shortpositionen gekommen sei.

Mit einer offiziellen Bestätigung sei nicht zu rechnen, schreibt Fritsch. Zudem könnten auch institutionelle Adressen, die an höheren Kursen interessiert seien, die Futurekäufe getätigt haben.

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