Intel Prognosen der Wall Street verfehlt

Die Gewinne gehen zurück, der Geschäftsausblick ist trüb. Jetzt sollen Stellen abgebaut werden.

Santa Clara - Der weltgrößte Hersteller von Mikroprozessoren Intel  hat mit seinen Geschäftszahlen die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen können. Das Unternehmen hat im abgelaufenen zweiten Quartal weniger verdient als im Vorjahr und zudem seine Gewinnprognosen sowie die geplanten Investitionen für das Jahr 2002 nach unten angepasst.

Der Gewinn je Aktie (EPS) vor Kosten für Übernahmen sei von zwölf Cent im Vorjahr auf neun Cent gefallen. Damit verfehlte das Unternehmen die Prognosen der Analysten, die nach einer Durchschnitts-Prognose mit elf Cent gerechnet hatten. Der Nettogewinn je Aktie stieg dagegen von drei Cent auf sieben Cent je Aktie.

Wie das Unternehmen am Dienstag in Santa Clara mitteilte, fiel der Umsatz um sieben Prozent von 6,334 Milliarden Dollar auf 6,319 Milliarden Dollar. Hier hatten die Analysten mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Stellenabbau geplant

Nun will Intel rund 4000 Stellen abbauen. Das Unternehmen hatte zum Ende des ersten Quartals rund 83.000 Mitarbeiter. Ende des Jahres 2000 waren es noch 86.000.

Wegen des schwachen zweiten Quartals, des schleppenden Verkaufs in Europa sowie der hohen Kosten senkte das Unternehmen auch seine Prognosen für die Bruttomarge von zuvor 53 Prozent auf 51 Prozent. Im zweiten Quartal betrug diese nach Unternehmensangaben 47 Prozent. Ohne Sonderaufwendungen von 106 Millionen Dollar in der Online-Service-Sparte habe die Marge bei 48,7 Prozent gelegen. Im dritten Quartal soll die Brutto-Gewinnspanne auf 51 Prozent klettern. Der Umsatz im laufenden Quartal soll zwischen 6,3 und 6,9 Milliarden Dollar liegen.

Wegen des weiter schwierigen wirtschaftlichen Umfelds senkte das Unternehmen zudem seine geplanten Investitionen für das laufende Jahr. Intel will jetzt nur noch zwischen fünf und 5,2 Milliarden Dollar investieren. Bisher hatte das Unternehmen hier 5,5 Milliarden Dollar eingeplant. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen dabei mit vier Milliarden Dollar um 100 Millionen Dollar niedriger ausfallen als bisher.

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