Worldcom 318-Millionen-Dollar-Klage steht an

Der Konzern und verschiedene Banken wurden verklagt. Pensionsfonds fordern Schadensersatz.

Sacramento - Drei kalifornische Pensionsfonds haben den angeschlagenen Telekomkonzern Worldcom  sowie sieben Emissionsbanken einer Worldcom-Anleihe auf Schadensersatz in Höhe von 318 Millionen Dollar verklagt. Die Verluste seien im Zusammenhang mit einer im Mai 2001 emittierten Anleihe entstanden.

Neben dem Unternehmen Worldcom bezieht sich die Klage auch auf den früheren Worldcom-Chef Bernhard Ebbers, den früheren Finanzvorstand Scott Sullivan und 13 weitere Vorstandsmitglieder.

Die Banken und Vorstände hätten von den finanziellen Problemen von Worldcom bereits bei der Emission der Anleihe gewusst und die Gelder aus dem Wertpapier zur Reduzierung der Kredite bei den Instituten genutzt. Die drei Pensionsfonds verwalten nach eigenen Angaben ein Vermögen von rund 275 Milliarden Dollar und vertreten rund zwei Millionen Beschäftigte.

Die betroffenen Investmentbanken, die an der Emission beteiligt waren, sind nach Angaben der Kläger Citigroup , Salomon Smith Barney, JP Morgan Chase , Banc America, Banc of America Securities, ABN Amro sowie die Deutsche Bank .

Zahlungsunfähigkeit droht

Unterdessen berichtet die Financial Times (FT), dass Worldcom Coupon-Zahlungen seiner Anleihen in Höhe von 74 Millionen Dollar nicht getätigt hat. Dies werde als Zeichen einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gewertet, heißt es.

Gemäß den Kredit-Vereinbarungen habe Worldcom 30 Tage Zeit zum Begleichen des Coupons. Anschließend werde die Nichterfüllung der Anleihe offiziell festgestellt, schreibt die FT. Die Worldcom-Anleihen im Nennwert von mehr als 29 Milliarden Dollar seien zuletzt für 15 Cent pro Dollar gehandelt worden, seitdem das Telekomunternehmen vor zwei Wochen eine Fehlbuchung von 3,9 Milliarden Dollar bekannt gegeben hatte.

Worldcom habe sich laut "FT" am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Obersten Gericht des US-Bundesstaates New York gegen die Versuche der Kreditgeber zur Wehr gesetzt, die Vermögenswerte des Unternehmens einzufrieren. Sollten die Banken mit diesem Anliegen erfolgreich sein, werde erwartet, dass Worldcom Gläubigerschutz beantragt. Selbst wenn Worldcom vor Gericht siegen sollte, sei die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit noch nicht abgewendet. Dann müsse das Unternehmen neue Kreditgeber finden, heißt es in dem Bericht.

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