Die Thilenius-Kolumne Das Ende des Mobilfunks

Der finnische Mobilfunkriese Nokia hat in diesem Jahr bereits herbe Kursverluste hinnehmen müssen. Auf dem derzeitigen Kursniveau wird die Aktie für den langfristigen Investor interessant.

Wer sich in diesen Tagen die Entwicklung der Nokia-Aktie  ansieht, kann auf den Gedanken kommen, dass das Ende des Mobilfunks bevorsteht. Nokia hat dieses Jahr über 50 Prozent verloren. Die Aktie hat jetzt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 13 auf Basis des erwarteten Gewinnes für 2003.

Gewinnschätzungen in diesem Bereich sind immer schwierig, aber Nokia hat kürzlich zwar die Umsatzprognose gesenkt aber die Gewinnprognose bestehen gelassen. Sie steht jetzt bei 0,97 Euro für das Jahr 2003.

Für den Kursverfall sind zwei Gründe wesentlich: Zum einen wird in diesem Jahr kaum ein Wachstum auf dem Handymarkt erwartet, zum anderen verläuft das Netzwerkgeschäft sehr schleppend.

Soweit die Vergangenheit. Sie wird noch zusätzlich dadurch belastet dass die Stimmung gegenüber allem, was mit Telefon zu tun hat, extrem schlecht ist. Unter Fachleuten gilt ein Kursrückgang gepaart mit einer massiven Stimmungsverschlechterung sehr häufig als ein Zeichen für eine bevorstehende Wende.

Hoffnung auf das UMTS-Geschäft

Davon ist bei Nokia in den nächsten Monaten nichts zu erwarten. Sobald jedoch die UMTS-Geräte auf den Markt kommen, was ab den Jahresende 2002 zu erwarten ist, dürfte eine große Werbe-Kampagne für diese Geräte und für das ganze UMTS-System einsetzen.

Angesichts all der Möglichkeiten des UMTS-Systems dürfte wahrscheinlich eine gewisse Nachfrage schon am Anfang entstehen. Viele Leute werden allerdings mit der Anschaffung von UMTS-Geräten zögern.

Die Verdienstmöglichkeiten aus den UMTS-Handys sowie dem Geschäft mit UMST-Netzwerkausrüstung sind im jetzigen Kurs nicht enthalten. Der jetzige Kurs liegt immerhin deutlich unter dem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis des Gesamtmarktes.

Fachleute sehen den Umsatz in der Handysparte langfristig um etwa neun Prozent wachsen und den Umsatz in der UMTS-Netzsparte einige Jahre lang um etwa 18 Prozent wachsen. Gemessen an diesen langfristigen Wachstumsaussichten ist ein Kurs-Gewinn-Verhältnis, dass so deutlich unter dem des Gesamtmarktes liegt, vielleicht eine interessante Gelegenheit auf zwei Jahre.