MLP Kapitalerhöhung erneut im Visier

Aktionärsschützer klagen. Sie werfen CEO Termühlen vor, er hätte sich unzulässig Vorteile verschafft.

München - Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat zusammen mit einer weiteren Aktionärin Klage gegen den Finanzdienstleister MLP  erhoben. Die Klage richte sich gegen die auf der Hauptversammlung vom 28. Mai 2002 beschlossene Bestätigung der Kapitalerhöhung, teilte die SdK am Dienstag mit.

Ursprünglich hatte die außerordentliche MLP-HV vom 17. November 2000 beschlossen, die vier 51-prozentigen MLP-Töchter von den Hauptaktionären Manfred Lautenschläger und Bernhard Termühlen im Rahmen einer Kapitalerhöhung vollständig zu übernehmen. Gegen diesen Beschluss hatten zwei Aktionäre in erster Instanz erfolglos geklagt.

Die Berufungsverhandlung wird am 10. Juli vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe stattfinden. Die Kapitalerhöhung ist mittlerweile im Handelsregister eingetragen. Dennoch hatte sich MLP auf dem diesjährigen Aktionärstreffen den damaligen Beschluss bestätigen lassen, was nun zu der neuen Klage führt.

SdK spricht von abenteuerlichen Bewertungen

Die Argumentation bleibt in beiden Klagen die gleiche: Beim Einbringen der jeweils 49-prozentigen Anteile der beiden Großaktionäre seien die Tochtergesellschaften massiv überbewertet worden. Dadurch hätten Lautenschläger und Termühlen 29,44 Millionen MLP-Aktien erhalten und sich so einen "unzulässigen Sondervorteil" verschafft, heißt es weiter.

Dass "geradezu abenteuerliche Bewertungen" vorgenommen worden seien, lasse sich unter anderem an den Gewinnprognosen für die vier Gesellschaften erkennen. "Sie reichen nicht nur bis zum Jahr 2010, also einem überhaupt nicht mehr seriös prognostizierbaren Zeitpunkt, sondern weisen auch Steigerungsraten von teilweise mehreren tausend Prozent aus. Daraus werden dann völlig überzogene Unternehmenswerte abgeleitet", meinte die Schutzgemeinschaft.