Morphosys Firma liefert Antikörper an Schweizer Konzern

Die Kooperation mit Roche wird vertieft. Das treibt die Aktie kräftig an.

Martinsried - Das Biotechunternehmen Morphosys  denkt nach einem erfolgreichen Geschäft mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche über eine Erhöhung seiner Prognosen für 2002 nach. "Mit der Lieferung von Antikörpern zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit an Roche sind die Chancen deutlich gestiegen, dass am Ende ein fertiges Medikament stehen könnte", sagte Morposys-Chef Simon Moroney am Montag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Aktie setzte sich mit Kursgewinnen von mehr als elf Prozent an die Spitze des Nemax 50.

"Ein Alzheimer-Medikament würde ein wahrer Blockbuster sein, an dessen Umsatz Morphosys mit Tantiemen im einstelligen Prozentbereich beteiligt sein würde", sagte Moroney. Morphosys erhalte aber von Roche für die Lieferung der Antikörper eine "Meilensteinzahlung", auch wenn am Ende keine Medikament stehen werde. Konkrete finanzielle Details wollte der Morphosys-Chef aber nicht nennen.

Moroney sieht neue Strategie bestätigt

Moroney sieht in dem Roche-Geschäft die Bestätigung der neuen Unternehmensstrategie. "Wir wollen zunehmend eigene Produkte entwickeln und dann an mehrere Unternehmen weiterverkaufen". Dadurch ließen sich höhere Tantiemenzahlungen erschließen als mit der alten Strategie, als Morphosys immer nur für einen Auftragsgeber ein einzelnes Produkt entwickelt habe.

"Die neue Strategie wird sich langfristig auszahlen, kurzfristig bedeutet dies aber höhere Investitionen und dadurch größere Kosten". Deshalb hatte das Unternehmen in der Vergangenheit für dieses Jahr zunächst einen Anstieg des Verlustes von 6,5 Millionen auf 30 Millionen Euro und eine Stagnation des Umsatzes um die 16 Millionen Euro prognostiziert. Diese Prognose könnte nun im positiven Sinne revidiert werden. Der Aufwand für Entwicklung und Forschung soll entsprechend früheren Angaben in 2002 von 9,9 Millionen auf 26 Millionen Euro steigen.

Das Roche-Geschäft beweise auch die Konkurrenzfähigkeit der Antikörper-Bibliothek HuCAL von Morphysys. "Die Bibliothek umfasst über eine Milliarde menschlicher Antikörper und durch unseren Ansatz können wir neue Antikörper erschaffen und gleichzeitig garantieren, dass dieser Antikörper trotzdem menschlicher Natur ist". Der Ansatz von Morposys sei wesentlich kostengünstiger als der von anderen Firmen.

Das am Neuen Markt notierte Unternehmen und Roche arbeiten seit September 2000 zusammen an der Entwicklung von Antikörpern zur Behandlung der Alzheimer Krankheit. Im Dezember 2000 und März 2001 wurden bereits die ersten vereinbarten Meilensteine in der Kooperation erreicht.

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