Wall Street Neuer "Rechenfehler"

Nach Worldcom und Xerox soll nun auch Disney falsche Bilanzen vorgelegt haben. Allerdings korrigiert der Unterhaltungskonzern seine Gewinne in 2000 und 2001 nach oben.

New York - Die Zahl der Unternehmen, die ihre Bilanzen korrigieren müssen, nimmt weiter zu. Auch der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat nach einem Bericht des US-Fernsehsenders CNN falsche Bilanzen vorgelegt. Der Konzern korrigierte seine Gewinne aus den Jahren 2000 und 2001 allerdings nach oben. In einem Schreiben an die Börsenaufsicht erklärte das in Kalifornien ansässige Unternehmen, zu den "Rechenfehlern" sei es im Zusammenhang mit der Bewertung seiner Internet-Gruppe gekommen. Die Bilanz sei deshalb nicht mehr konform mit den neuen Regeln der Buchführung gewesen.

Disney habe im Jahr 2001 nach der Korrektur 613 Millionen Dollar anstelle der vorher bilanzierten 358 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Auch für das Jahr 2000 habe sich ein Gewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar anstelle der zuvor festgestellten 1,6 Milliarden US-Dollar ergeben.

Bush: "Null Toleranz"

Nach den jüngsten Hiobsbotschaften um Bilanz-Probleme und Fehlbuchungen bei US-Unternehmen hat US-Präsident George W. Bush eine Null-Toleranz-Politik gegen Betrüger unter den Managern angekündigt. Das öffentliche Vertrauen in US-Firmen müsse wiederhergestellt werden, sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. Die Regierung werde künftig "wachsam" sein. Der demokratische Senator Paul Sarbanes kündigte an, dass der Gesetzgeber schon bald strengere Vorschriften zum Schutz von Anlegern beraten werde.

Der US-Telefonkonzern Worldcom hatte am Dienstag Falschbuchungen von 3,85 Milliarden Dollar eingeräumt und damit die Börsen auf Talfahrt geschickt. Am Donnerstag schreckten Gerüchte über Bilanz-Probleme beim US-Automobilriesen General Motors (GM) die Anleger auf. Am Freitag folgte die nächste Hiobsbotschaft: Xerox musste eingestehen, dass die Fehlbuchungen für den Zeitraum von 1997 bis 2001 rund 6,4 Milliarden Dollar erreichten, mehr als doppelt so viel wie bisher bekannt. Die Reihe von Skandalen in der US-Wirtschaft hatte ihren Ausgang mit der Pleite des Energiekonzerns Enron im vergangenen Dezember genommen.

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