Sonntag, 26. Mai 2019

Thiel Logistik "Wir sind kein Übernahmekandidat"

Das Nemax-50-Unternehmen hofft auf neue Aufträge im Wert von zwei Milliarden Euro und bestätigt im Gespräch mit manager-magazin.de seine Prognose. Dennoch trennen sich die Altaktionäre von großen Paketen, und der Titel rauscht in den Keller. Wie passt das zusammen?

mm.de:

Der Kurs von Thiel Börsen-Chart zeigen stürzt ins Bodenlose. Was wird das Unternehmen gegen das wachsende Misstrauen von Analysten und Investoren tun?

"Haben keinen Einfluss auf die Großaktionäre". Thiel-Pressesprecher Christian Weber.
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"Haben keinen Einfluss auf die Großaktionäre". Thiel-Pressesprecher Christian Weber.
Christian Weber: Wir werden uns auf das operative Geschäft konzentrieren. Es gibt für uns derzeit keinen Anlass, an unseren Jahresplanungen zu zweifeln.

mm.de: Es gibt aber Befürchtungen, dass gerade wegen des drastischen Kursverfalls das operative Geschäft Schaden nehmen wird. Gerät Thiel jetzt bei laufenden Ausschreibungen gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen?

Weber: Das ist möglich. Doch beziehen sich die Jahresprognosen von 1,6 Milliarden Euro Umsatz und 109 Millionen Euro Gewinn auf bestehende Verträge. Da gibt es keine Probleme. Wir haben auch neue Kunden hinzugewonnen. Das sind keine Riesenaufträge, aber im normalen täglichen Geschäft agieren wir noch sehr erfolgreich. Bei Großaufträgen allerdings ist die Situation schwieriger geworden, weil logischerweise potenzielle Kunden jetzt verstärkt nachfragen.

mm.de: Können Sie das Volumen des gegenwärtigen Auftragsbestandes beziffern?

Weber: Ich weiß es derzeit nicht.

mm.de: Mit der Kapitalerhöhung im März wollte Thiel neue Großaufträge finanzieren. Bislang lässt das Unternehmen die Märkte darüber im Unklaren, und der Kurs stürzt weiter ab. Wird es nicht Zeit, die Investoren endlich aufzuklären?

Weber: Die Verhandlungen über mögliche neue Großaufträge werden im dritten Quartal zum Abschluss kommen. Wir rechnen damit, von fünf möglichen Aufträgen zwei mit einem Umsatzvolumen von jeweils rund einer Milliarde Euro zu gewinnen. Gerade mit Blick auf den Aktienkurs ist es natürlich in unserem Interesse, die Verträge so schnell wie möglich unterschriftsreif zu machen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

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