Intershop Erste Gewinne angepeilt

Der E-Commerce-Spezialist aus Jena hat den Umsatz im ersten Quartal verdoppelt. Bis Jahresende will Intershop die Gewinnschwelle erreichen. Der Kurs dürfte nachziehen.

Frankfurt - Der Jenaer Internet- Softwarentwickler Intershop liegt bei der geplanten Eroberung des weltweiten elektronischen Marktplatzes im Plan. Nach einer Verdoppelung des Umsatzes im ersten Quartal bleibt der Pionier für Handelssoftware im Internet bei der Prognose, daß bereits Ende 1999 die Gewinnschwelle erreicht wird. Im Jahr 2000 soll dann - mit einer Rendite von 15 Prozent nach Steuern - erstmals mit schwarzen Zahlen gearbeitet werden, kündigte die Intershop Communications AG am Freitag in Frankfurt/Main an.

Nach einem Umsatzplus von 255 Prozent auf 35 Millionen Mark kletterte das Geschäftsvolumen im Zeitraum Januar bis März erneut um 98 Prozent auf 13,6 Millionen Mark. Für das Gesamtjahr 1999 peilt Finanzvorstand Wilfried Beeck ein Plus von deutlich mehr als 100 Prozent an.

"Exzellente Wachstumschancen" verspricht sich Intershop-Gründer und Vorstandschef Stephan Schambach nicht nur von der erwarteten sprunghaften Entwicklung des elektronischen Handels. "Früher waren es nur einige große Unternehmen, die sich das leisten konnten zu experimentieren", sagte er. Mittlerweile stiegen aber auch kleinere Unternehmen zuhauf in die Vermarktung via Internet ein. Erfreut nimmt Schambach auch zur Kenntnis, daß viele kleinere Konkurrenten inzwischen "vom Markt verschwunden" seien.

Schambachs Vorstellungen einer "digitalen Wirtschaft" gehen aber weit über die Bestellung von Büchern oder CDs im elektronischen Netz hinaus. "Ähnlich wie zuvor mit Computerprogrammen interne Abläufe in Firmen automatisiert worden seien, könnten künftig sämtliche Außenbeziehungen der Unternehmen - etwa die Kontakte zu Zulieferern - via Internet laufen. Der Markt dafür ist langfristig noch größer als für betriebswirtschaftliche Systeme.»