Bayer Ergebnis schwächer

Mit deutlichen Gewinn- und Umsatzeinbußen ist der Chemie- und Pharmakonzern ins Geschäftsjahr 1999 gestartet. Doch bis Jahresende will Bayer den Verlust wieder aufholen. Life-Sciences sollen ausgebaut werden.

Köln - Im ersten Quartal schrumpfte der Ertrag vor Steuern um elf Prozent auf 0,7 Milliarden Euro (1,37 Mrd Mark), teilte das Unternehmen am Freitag zu Beginn der Hauptversammlung in Köln mit. Beim Umsatz verzeichnete Bayer einen Rückgang von knapp fünf Prozent auf sieben Milliarden Euro. Der Vorstand begründete diese Entwicklung mit der konkunkturbedingten Nachfrageschwäche und rückläufigen Verkaufspreisen.

Zum Ende des Quartals habe sich allerdings eine Verbesserung abgezeichnet. Es gebe deshalb keinen Grund, die Jahresplanung in Frage zu stellen. So zeigte sich Bayer zuversichtlich, bis Ende 1999 den Vorsteuergewinn auf dem Niveau des Vorjahres von 2,7 Milliarden Euro (5,3 Milliarden Mark) halten zu können. Beim Umsatz erwartet der Konzern 51 Milliarden Mark (Vorjahr: einschließlich Agfa 55 Mrd Mark). Gleichwohl dürfte der Preisdruck weiter anhalten. Auf der anderen Seite seien aber die Rohstoffpreise weiterhin günstig.

Das Konzernergebnis nach Steuern sank um acht Prozent auf 400 Millionen Euro. Der Umsatz lag den Angaben zufolge mit rund sieben Milliarden Euro um knapp fünf Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals 1998.

Mit dem Zukauf von Firmen will der Chemie- und Pharmakonzern Bayer AG (Leverkusen) den Bereich Gesundheit und Landwirtschaft (Life Science) ausbauen. "Wir werden jede Gelegenheit wahrnehmen, unsere Position durch Übernahmen zu verstärken", sagte der Vorstandsvorsitzende, Manfred Schneider, am Freitag in der Hauptversammlung in Köln. In diesem Bereich verfüge Bayer über vielversprechende Möglichkeiten und hier sei die Bedarfsentwicklung besonders dynamisch.

Schneider bekräftige erneut die Bereitschaft des Unternehmens zu einem "großen Schritt". Eine Übernahme oder Zusammengehen mit einem anderen Unternehmen müßte aber "eindeutige und dauerhafte wirtschaftliche Vorteile bringen". Die anhaltende Konzentration in der Branche verfolge das Unternehmen ohne Nervösität, betonte er. Im vergangenen Jahr hatte Bayer für Firmen- und Geschäftsübernahmen rund drei Milliarden Mark ausgegeben.