Bahn AG Warnstreiks am Montag

Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands hat für Montag bundesweite Warnstreiks angekündigt. Alle Fern- und Nahverkehrsverbindungen könnten betroffen sein.

Hannover - Alle Räder stehen still, wenn es die Gewerkschaft will. Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) kündigte für Montag "massive Warnstreiks" überall in Deutschland an. Mehrere tausend Beschäftigte seien aufgerufen, sich an den Aktionen zu beteiligen, erklärte der Gewerkschaftsvorsitzende Norbert Hansen in Hannover.

Er kritisierte, die Pläne zum Abbau von weiteren 60.000 bis 100.000 Bahn-Beschäftigten würden die Zuverlässigkeit des Unternehmens bedrohen. Die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten würden aufgrund der Personalknappheit immer schwieriger. Für die Dauer der Weltausstellung im kommenden Jahr würden mindestens 300 zusätzliche Eisenbahner benötigt - insbesondere Lokführer fehlten.

Mit den Arbeitsniederlegungen am kommenden Montag will die Gewerkschaft vor allem Druck auf die Tarifverhandlungen für die rund 155.000 Bahn-Beschäftigten ausüben, die am selben Tag in Frankfurt am Main fortgesetzt werden sollen. Von den Streiks könnten sowohl Fern- als auch Nahverkehrsverbindungen betroffen sein, betonte Hansen. Wo und in welchen Bereichen Arbeitsniederlegungen geplant seien, wollte der Gewerkschaftschef nicht erläutern.

Hansen bezeichnete das Tarifangebot der Bahn AG als "völlig indiskutabel". Das Unternehmen hatte angeboten, die Einkommen der Beschäftigten - nach einem Nullmonat und drei Monaten mit einer Einmalzahlung von 180 Mark - ab September um 1,3 Prozent zu erhöhen. Die Arbeitnehmer verlangen dagegen Einkommensverbesserungen von bis zu sechs Prozent.