Cargolifter Millionen-Finanzspritze schafft Luft

Rund vier Millionen Euro Soforthilfe - risikofreudige Anleger steigen wieder ein.

Berlin - Das Land Brandenburg hat der insolventen Cargolifter AG  eine Soforthilfe von 4,15 Millionen Euro gewährt, mit der die Infrastrukturkosten des Luftschiffbauers vorerst gesichert sind. Die Aktie des im M-Dax notierten Unternehmens kletterte am Abend um mehr als 30 Prozent auf 1,03 Euro.

Die brandenburgische Regierung teilte nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in Potsdam weiter mit, mit dem so genannten Massekredit könne die Arbeit an den Projekten in den nächsten zwei Monaten fortgesetzt werden. Zudem habe der vorläufige Insolvenzverwalter von Cargolifter, Rolf-Dieter Mönning, die Möglichkeit, Wege für eine tragfähige Umstrukturierung des Unternehmens zu prüfen. Das Geld stehe Mönning für maximal sechs Monate zur Verfügung.

Mönning, der die Soforthilfe beantragt hatte, teilte mit, er nehme die Entscheidung "mit Befriedigung zur Kenntnis". Cargolifter hatte Anfang Juni wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragt. Seitdem haben mehrere Tochtergesellschaften ebenfalls Insolvenzantrag gestellt.

Mönning ist gerichtlich als Insolvenzverwalter für die Cargolifter AG und mehrere ihrer zahlungsunfähigen Töchterfirmen eingesetzt. Dazu gehört auch die Cargolifter Development GmbH, die als wichtigste Tochter für die Entwicklung der geplanten Luftschiffe zuständig ist. Mönning hatte am Freitag gesagt, die Cargolifter-Sanierung liege "im Bereich des Möglichen". Neben der Neustrukturierung des Unternehmens sei jedoch eine durchgängige Finanzierung des Projektes notwendig. "Die weitere Beschaffung liquider Mittel 'von der Hand in den Mund' durch Teillösungen mit einzelnen Investoren sei künftig nicht hilfreich", hatte er mitgeteilt. Eine mögliche Gesamtlösung zeichne sich in Umrissen ab. Voraussetzung für jede konstruktive Lösung sei die Sicherheit über die technische Machbarkeit des von Cargolifter entwickelten Systems.

Land und Bund hatten bislang vor allem wegen "erheblicher Zweifel" an der technischen und finanziellen Machbarkeit Zusagen für Finanzmittel abgelehnt. Wegen der Finanzkrise hatte Cargolifter zuletzt den Bau des großen Luftschiffes CL 160 auf Eis gelegt und erklärt, sich auf Bau und Vertrieb des kleineren Transport-Ballons CL 75 zu konzentrieren. Der CL 160 soll 160 Tonnen schwere Lasten tragen und zielgenau absetzen können.