Lufthansa "Aus dem Gröbsten sind wir raus"

Die Airline sieht die Zukunft wieder optimistisch. Der positive Trend dauere an, heißt es.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Lufthansa  sieht sich nach den Worten ihres Finanzchefs Karl-Ludwig Kley wieder im Steigflug. Bei den Erlösen, die bereits im 1. Quartal 2002 um 1,2 Prozent gestiegen seien, dauere der positive Trend an, sagte Kley der "Börsen-Zeitung". Er halte es für möglich, dass im kommenden Jahr beim operativen Gewinn die Latte von einer Milliarde Euro "nicht gerissen" werde.

Zum laufenden Jahr wollte sich Kley vor der Hauptversammlung an diesem Mittwoch nicht äußern. Er erklärte lediglich: "Aus dem Gröbsten sind wir raus." Das Verhältnis von "Premium-Passagieren" zu "Economy-Passagieren" habe sich im 1. Quartal wieder dem Verhältnis von 20:80 von vor dem 11. September angenähert. "Der Finanzchef würde sich über 25 Prozent Premium-Passagiere freuen."

Nur zögernd reagiert die Lufthansa unterdessen auf die Tarifreformen der Konkurrenz. "Wir diskutieren intern darüber, ob wir uns anpassen müssen, wenn ein Wettbewerber wie British Airways  ein komplett neues System auf Flüge nach Deutschland einführt, oder ob wir lieber bei unserem System bleiben", sagte der zuständige Bereichsvorstand Netzmanagement der Lufthansa Passage Airline, Ralf Teckentrup, der "Financial Times Deutschland". Vorstandsvorsitzender Jürgen Weber ließ jedoch durchblicken, die Preise je nach Auslastung stärker zu variieren. Diese Strategie sei nicht nur auf die Billigfluglinien beschränkt, sagte er.

Börsengang von LSG Sky Chefs "kein Thema"

Ein Börsengang der verlustreichen Versorger-Tochter LSG Sky Chefs sei derzeit "überhaupt kein Thema", sagte Kley. Auch die zum Schuldenabbau erwogene Anleihe werde es vorerst nicht geben, weil die gewünschten Konditionen derzeit nicht durchsetzbar seien. Die Lufthansa halte aber an ihrem nach dem 11. September 2001 gefassten Plan fest, die Schulden in den kommenden drei Jahren um jährlich 250 Millionen Euro zu senken.

Das im Dreijahres-Plan festgelegte Ziel, beim Segmentergebnis von LSG Sky Chefs im laufenden Jahr die Gewinnschwelle nach internationalen Rechnungsregeln (IAS) zu erreichen, nannte Kley "erreichbar, aber nicht einfach". Im vergangenen Jahr hatte LSG Sky Chefs nach IAS einen Verlust von 869 Millionen Euro ausgewiesen. Der Finanzchef stellte zudem indirekt die Beteiligung von 31 Prozent an der Tank&Rast in Zweifel. Es sei die Frage erlaubt, "ob auf Dauer die Synergien mit LSG Sky Chefs zu erreichen" seien. Die Beteiligung wird bereits nicht mehr LSG Sky Chefs zugeordnet, sondern der Lufthansa Commercial Holding.