US-Wirtschaft Dämpfer von den US-Konsumenten

Die Verbraucher verlieren ihren Optimismus. Stockt der Konjunkturmotor schon wieder?

Frankfurt am Main - In den USA zeichnet sich nach dem gesunken Konsumentenvertrauen nach Einschätzung von Volkswirten ein schwächerer Verbrauch ab. Unsicherheiten bezüglich möglicher zukünftiger Terroranschläge sowie das Bilanzierungsgebaren von US-Unternehmen hätten den Konsumklima-Index der Universität of Michigan im Juni unerwartet stark von 96,9 Indexpunkten im Mai auf 90,8 fallen lassen, hieß es in einer Studie der DGZ DekaBank. Dies war sowohl relativ als auch absolut die stärkste Verringerung seit dem Einbruch vergangenen September - dem Monat der Terroranschläge in New York und Washington.

Zusammen mit dem am Vortag veröffentlichten Rückgang der Einzelhandelsumsätze seien dies erste Anzeichen für einen schwächeren Konsum im zweiten Quartal und damit auch ein Abwärtsrisiko für die BIP-Prognose (Bruttoinlandsprodukt) im zweiten Quartal 2002. Es sei aber verfrüht, auf dieser Grundlage den Schluss zu ziehen, dass der US-Aufschwung ins Stottern komme, sagte Volkswirt Gernot Griebling von der Landesbank Baden-Württemberg. Schließlich sei der Konsumklima-Index in der Vergangenheit schon mehrfach deutlich zurückgefallen. Allerdings sorge das aktuelle Niveau des Frühindikators schon für einen Dämpfer beim Konjunkturoptimismus in den USA.

Damit korrespondierend bremse auch die US-Notenbank die Zuversicht. Während an den Terminmärkten zunächst davon ausgegangen worden sei, dass die Federal Reserve mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit die Leitzinsen in diesem Jahr anheben werde, habe dieses Szenario mit der Zeit immer weniger Anhänger gefunden. Nun werde es von einer Reihe von Markt-Akteuren sogar für möglich gehalten, dass die Fed die Leitzinsen über das gesamte Jahr 2002 auf dem derzeit niedrigen Niveau belasse.

Die Experten der US-Investmentbank Merrill Lynch warnen jedoch davor die Zahlen über zu interpretieren, da die Basis für die Befragung sehr klein sei und daher auch sehr schwankungsanfällig. Sie gingen daher von einer weiterhin robusten Wirtschaftsentwicklung aus. Aber auch Merrill Lynch erwartet eine Belastung der Finanzmärkte.