Lufthansa "Von Nachteilen und Mängeln umgeben"

Die Airline will im laufenden Geschäftsjahr trotz schwieriger Marktbedingungen ihr Gewinnniveau in etwa halten. Bei Dornier kauft Lufthansa 60 Regionaljets für 1,6 Milliarden Dollar.

Frankfurt - Die schwierige Konjunktur im Weltluftverkehr hat die Lufthansa im ersten Vierteljahr 1999 von ihrem Rekordkurs der vergangenen zwei Jahre abgebracht. Im ersten Quartal schrumpfte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu die Hälfte auf 234 Millionen Mark. Nach dem dennoch zweitbesten Ergebnis eines ersten Quartals rechnet die Lufthansa 1999 mit einem Vorsteuergewinn von zwei Milliarden Mark, sagte Vorstandschef Jürgen Weber am Donnerstag in Frankfurt auf der Bilanzpressekonferenz der Airline. Im vergangenen Jahr hatte sich der Vorsteuergewinn auf 2,5 Milliarden Mark belaufen.

Weber schränkte jedoch ein, daß man das Ergebnisziel nicht alleine in der Hand habe. Bei den Rahmenbedingungen sehe sich die Lufthansa "von Nachteilen und Mängeln umgeben". Weber nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Auseinandersetzungen über die Airline-Allianzen sowie den Ausbau des Frankfurter Flughafens. "Wenn hierzulande nicht etwas geschieht, dann steht Frankfurt Rhein/Main spätestens im Jahr 2003 vor dem Prellbock", so der Lufthansa-Chef.

Mit dem Start des laufenden Geschäftsjahres zeigte sich die Lufthansa-Spitze zufrieden. "Trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen verlief die Geschäftsentwicklung des Lufthansa-Konzerns im ersten Quartal erfreulich", sagte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley. Mit 234 Millionen Mark habe die Airline das bisher zweithöchste Vorsteuerergebnis eines ersten Quartals überhaupt erreichen können. Darin enthalten sind den Angaben zufolge ein außerordentlicher Ertrag von 171 Millionen Mark aus dem teilweisen Verkauf der Equant-Anteile.

Kley räumte ein, daß es seit dem vierten Quartal 1998 einen spürbaren Druck auf die Durchschnittserlöse gebe. Dies habe zu einem nur unterproportionalen Erlöswachstum geführt. Insbesondere auf dem Nordatlantik habe der Wettbewerb an Schärfe zugenommen. "Bisher sehen wir jedoch keinen Anlaß, unseren strategischen Wachstumspfad zu verlassen", fügte Kley hinzu.

Die Lufthansa hat bei dem deutsch- amerikanischen Flugzeughersteller Fairchild-Dornier 60 Regionalflugzeuge für einen Milliardenbetrag bestellt und sich Optionen für noch einmal 60 gesichert. Die Vorstände von Lufthansa und Dornier wollten am Donnerstag nachmittag einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Der Listenpreis betrage 1,6 Milliarden US-Dollar, war am Rande der Veranstaltung zu erfahren.

Die Fluggesellschaft ist damit Erstkunde für den neuen JET der Regionalflugzeugfamilie des Unternehmens mit Sitz in San Antonio/Texas und Oberpfaffenhofen. Das Flugzeug wird an dem bayerischen Standort endmontiert. Details sollten während einer anschließenden Pressekonferenz bekanntgegeben werden.