Bayerische Börse Regionalbörse lockt Privatanleger

Konkurrenz für das Xetra-System. Die Münchner greifen mit einem neuen Handelssystem an.

München - Die Bayerische Börse will mit einem neuen elektronischen Handelssystem im Verdrängungswettbewerb der Regionalbörsen verlorenen Boden gut machen. Der Marktanteil im Aktienhandel solle mit Hilfe der neuen Plattform "Max-One" in den nächsten Jahren von einem auf zehn Prozent steigen, sagte Vorstandsmitglied Christine Bortenlänger am Dienstag in München. Das System soll Privatanlegern von 2003 an bei 5000 Aktien sofortige Orderausführung zum besten am Markt verfügbaren Preis garantieren.

Die Regionalbörsen in Deutschland stehen wegen des elektronischen Xetra-Systems und wegen der Internationalisierung der Kapitalmärkte unter Druck. Die Flaute an den Aktienmärkten führte zudem zu drastischen Umsatzeinbußen. Der Gesamtumsatz der Bayerischen Börse brach im vergangenen Jahr von 170 auf 113 Milliarden Euro ein. Das Aktiengeschäft sank sogar von 90,5 auf 34,7 Milliarden Euro.

Trotz des scharfen Wettbewerbs sei eine Fusion mit einem deutschen oder ausländischen Partner aber für die Münchner derzeit nicht aussichtsreich, sagte Andres Schmidt, Vorstandsmitglied der Bayerische Börse AG. Mit dem neuen Handelssystem habe man sich entschieden, den Wettbewerb anzunehmen. Bei "Max-One" garantieren fünf Wertpapierhandelsbanken Liquidität, sofortige Ausführung und marktgerechte Preise. "Damit stellen wir unsere Kunden künftig besser als jedes andere derzeit bestehende Angebot", sagte Bortenlänger.

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