Hugo Boss "Niemand wird beschuldigt"

Trotz kostspieliger Pannen bei der Buchführung hält der Konzern an seiner US-Strategie fest.

Metzingen - Das Modeunternehmen Hugo Boss  will trotz der jüngsten Bilanzierungspannen seine Tochter in den USA nicht enger an den Mutterkonzern anbinden. Das sagte ein Sprecher am Mittwoch in Metzingen.

Der Vorstandschef von Hugo Boss USA, Marty Staff, hatte am Montag seinen Hut genommen, Nachfolger ist der bisherige Vertriebsleiter Tony Lucia. "Es wird niemand beschuldigt. Wir haben Vereinbarungen getroffen, dass so etwas nicht wieder vorkommt und damit ist das Thema erledigt", betonte der Sprecher.

Boss hatte vor wenigen Wochen bei einer Inventur in den USA unterdotierte Rückstellungen und Bestandsdifferenzen für 2001 und 2002 von insgesamt acht Millionen Euro festgestellt und daraufhin in der vergangenen Woche die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr von 107 auf 95 Millionen Euro nach unten korrigiert.

Die US-Tochter hatte bislang vor allem im Vertrieb unabhängig von der Metzinger Zentrale agiert. Staff, der seine Haare stets knallblond färben ließ, galt in Branchenkreisen als Party-Löwe, hatte aber auf Grund seiner wirtschaftlichen Erfolge in dem wichtigen Markt auch als Manager Anerkennung gefunden.

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