Börse Sag mir, wo die Chancen sind

Die Aktien-Umsätze gehen zurück. Letzte Hoffnung in der Baisse: Termingeschäfte an der Eurex.

Frankfurt am Main – Die anhaltende Börsenflaute verdirbt den Deutschen den Spaß am Spekulieren. Abwarten und Geld parken lautet das Motto: Allzu oft hat sich in den vergangenen Monat jeder kurzzeitige Aufschwung als Bärenmarktrallye entpuppt und vielen Anlegern weitere Verluste beschert.

Die Börsenweisheit "sell in May and go away" haben Anleger beherzigt: An den deutschen Börsen sind im Mai nur noch 309 Milliarden Euro umgesetzt worden, das sind 6,7 Prozent weniger als im April. Mehr als drei Viertel des Umsatzes, 238 Milliarden Euro, entfielen auf Aktien, Optionsscheine und Exchange Traded Funds, während Rentenpapiere im Wert von 70,8 Milliarden Euro gehandelt wurden. Der Aktien-Umsatz sei um 3 Prozent auf 80,3 Milliarden Euro geschrumpft, teilte die Deutsche Börse mit.

Siemens, Altana und Leoni Umsatzspitzenreiter

Die Aktie des Elektronikkonzerns Siemens  war im Vormonat mit einem Umsatzvolumen von 6,7 Milliarden Euro der am meisten gehandelte Dax-Wert. Unter den MDax lag der Pharmakonzern Altana mit 416 Millionen Euro vorn. Bei den Smax-Werten führte der Autozulieferer Leoni mit einem Umsatz von rund 23 Millionen Euro. Altana ist seit kurzem auch an der Nasdaq gelistet und wird als heißer Anwärter auf einen Platz im Dax gehandelt. Auch Leoni ist ein Aufstiegskandidat für den MDax.

Am Neuen Markt verbuchte das Biotechnologieunternehmen Qiagen  mit 179 Millionen Euro die höchsten Umsätze. Qiagen zählt gemeinsam mit T-Online, Aixtron und Medion zu den Schwergewichten im Auswahlindex Nemax 50.

Unter den amerikanischen Werten, die im Xetra US Stars gehandelt werden, lag Cisco mit 30 Millionen Euro vorn, bei den Xetra European Stars Nokia mit 938 Millionen Euro. In Xetra XXL, der Xetra-Funktionalität für Blocktrades, wurde am 17. Mai das höchste Einzelgeschäft seit Start der elektronischen Handelsplattform Xetra ausgeführt. An diesem Tag wechselten vier Millionen Aktien der Deutsche Bank  im Wert von 311 Millionen Euro den Besitzer.

Termingeschäfte erleben Boom

Die hohe Volatilität im Markt sowie die Aussicht, durch Puts auch bei fallenden Kursen Geld zu verdienen, beschert dem Terminhandel weiterhin einen Boom. Viele Anleger weichen auf Puts und Calls aus: Der internationale Terminmarkt Eurex hat im Mai 11 Prozent mehr Kontrakte gehandelt und abgewickelt als im Mai 2001. Auch in den ersten fünf Monaten dieses Jahres setzte die Eurex mehr um als in der Vergleichsperiode 2001.

Insgesamt wurden im Mai nach den Angaben 59,5 Millionen Kontrakte über Eurex gehandelt und abgewickelt. Herausragend sei das Ergebnis der Optionen auf die Deutsche Bank  gewesen, die mit mehr als 1,5 Millionen Kontrakten einen neuen Umsatzrekord erzielten.

Anleger spielen mit Telekom-Konzernen

Im Segment Aktienoptionen lagen im Mai die Option auf Deutsche Telekom  (rund 2,1 Mio Kontrakte, Umsatzplus 12 Prozent) vorn. An zweiter Stelle lag die Option auf Nokia . Der Kursrutsch der Telekomwerte seit Mitte Mai hat offenbar klassische Investoren verprellt, aber dafür umso mehr Optionsscheinkäufer angelockt.

Termingeschäfte: Nicht nur für Zocker Glossar: Das ABC der Termingeschäfte

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