Cargolifter Schlüssel zum Erfolg liegt im CL 160

Die Aktie liegt am Boden. Aber der Insolvenzverwalter sieht noch Rettungschancen.

Berlin - Der zahlungsunfähige Luftschiffbauer Cargolifter kann nach Meinung des Insolvenzverwalters Rolf-Dieter Mönning noch gerettet werden. "Das Cargolifter-Projekt kann überleben", sagte der Rechtsanwalt am Montag der dpa. Der Erfolg sei jedoch untrennbar mit der Weiterentwicklung des Transport-Luftschiffs CL 160 verbunden. "Alles andere hat keinen Sinn."

Wegen der massiven Finanzprobleme hatte Cargolifter die Entwicklung des wichtigsten Projekts kürzlich eingestellt. Nach den Plänen der bisherigen Geschäftsführung sollen vorerst nur noch wesentlich kleinere Transport-Ballons gebaut werden.

Unterdessen scheinen die Aktionäre immer weniger Chancen zu sehen. Am Montag rutschte die Aktie  erneut um mehr als zehn Prozent auf 0,97 Euro.

500 Arbeitsplätze sind gefährdet

Mönning ist seit Freitag vorläufiger Insolvenzverwalter der Cargolifter Development GmbH, der wichtigsten Tochtergesellschaft des Berliner Unternehmens. Weitere Insolvenzanträge für die Cargolifter AG oder die zwölf anderen Töchter gibt es derzeit nicht. Allerdings hat Cargolifter nach der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit nur noch zwei Wochen Zeit, um das dringend erforderliche Geld aufzutreiben. Auf dem Spiel stehen insgesamt rund 500 Arbeitsplätze, die meisten im brandenburgischen Brand. Dort steht auch die Werfthalle.

Eine Computeranimation des CL 160

Eine Computeranimation des CL 160

Foto: DPA
Der Vorstandsvorsitzende der Cargolifter AG, Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz

Der Vorstandsvorsitzende der Cargolifter AG, Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz

Foto: DDP
Der Cargolifter CL 160, wie er geplant war

Der Cargolifter CL 160, wie er geplant war

Foto: DER SPIEGEL
Die Werfthalle der Cargolifter AG

Die Werfthalle der Cargolifter AG

Foto: DPA
Das Experimentalluftschiff "Joey" der CargoLifter AG

Das Experimentalluftschiff "Joey" der CargoLifter AG

Foto: DPA


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Als vorläufiger Insolvenzverwalter ist Mönning zunächst nur für die wichtigste Tochtergesellschaft zuständig. Die Cargolifter Development GmbH, die sich bislang um Bau und Entwicklung des CL 160 kümmert, zählt 283 Beschäftigte. In ersten Gesprächen ging es unter anderem darum, die Mai-Gehälter zu finanzieren, die bislang noch nicht gezahlt wurden. Der Bund und das Land Brandenburg hatten in den vergangenen Wochen weitere Finanzhilfen für Cargolifter abgelehnt. Auch von den Banken bekam Firmenchef Carl von Gablenz keine Unterstützung.

Keine Alternative zum CL 160

Mönning verwies in dem dpa-Interview darauf, dass nur bei einer grundlegenden Restrukturierung der gesamten Gruppe eine Rettung möglich sei. "Wenn die Technik funktioniert und der Markt da ist, wird das Projekt überleben", sagte der Aachener Anwalt, einer der bekanntesten deutschen Insolvenzverwalter. "Ansonsten werden auch keine öffentlichen Finanzhilfen helfen. Anders wird auch der Kapitalmarkt nicht reagieren." Für den Bau des CL160, der Lasten von bis zu 160 Tonnen transportieren soll, sind noch mindestens 420 Millionen Euro erforderlich. Verbraucht wurden schon mehr als 300 Millionen.

Skeptisch äußerte sich der Insolvenzverwalter zum Beschluss der Geschäftsführung, das CL160-Projekt wegen der Finanzprobleme vorerst nicht weiter zu verfolgen. "Es macht keinen Sinn, nur noch Ballons zu bauen und kein Luftschiff mehr. Das ist untrennbar miteinander verbunden." Im Unterschied zum CL 160 gibt es von dem Transport-Ballons CL 75 bereits einen Prototypen. Verkauft wurde bislang aber nur einziges Exemplar.


Cargolifter - die Chronik eines Absturzes

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