EM.TV Umsatz nahezu halbiert

CEO Werner E. Klatten sieht das Unternehmen auf Kurs. Doch der Fehlbetrag steigt deutlich.

München - Der angeschlagene Medienkonzern EM.TV  kommt aus den Verlusten nicht heraus. Vor Zinsen und Steuern sei im ersten Quartal 2002 ein Fehlbetrag von 14,6 Millionen Euro entstanden, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Im Vorjahreszeitraum hatte EM.TV noch einen operativen Gewinn von 25,2 Millionen Euro verbucht. Diese Zahlen seien wegen des Verkaufs zahlreicher Beteiligungen aber nicht miteinander vergleichbar, betonte das Unternehmen.

Auf bereinigter Basis habe es auch im vergangenen Jahr einen Verlust gegeben, der höher als in diesem Jahr ausgefallen sei. Unter dem Strich sei der Quartalsverlust wegen einer geringeren Steuerlast auf 24,5 Millionen Euro mehr als halbiert worden.

Der Umsatz sank in den ersten drei Monaten durch die Beteiligungsverkäufe von 107 Millionen Euro auf 41,8 Millionen Euro. Vor allem die Trennung von der Mehrheit an der Formel 1 habe dazu beigetragen. Allerdings seien die Rahmenbedingungen auf den Medienmärkten für EM.TV im ersten Quartal unverändert schwierig gewesen.

EM.TV hatte seit dem Wechsel an der Führungsspitze zahlreiche Beteiligungen verkauft, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. Der neue Chef Werner E. Klatten hat es sich zum Ziel gesetzt, das Unternehmen auf diese Weise gesundschrumpfen zu lassen. Er war im Sommer vergangenen Jahres als Nachfolger des einstigen Börsenstars Thomas Haffa als Sanierer zu EM.TV geholt worden.

Für das zweite Halbjahr erwartet Klatten "eine Belebung der Konjunktur in den für uns relevanten Märkten". Die bereits 2001 eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen schlügen an. Das Unternehmen habe im ersten Quartal seine Kosten gesenkt und dadurch seinen operativen Verlust deutlich vermindert.


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