Deutsche Bank Eine Bank zum Mieten

Eine Bank zum Mieten bietet Deutschlands Finanzriese an. Die Rechenzentren werden ausgelagert und bieten als eigene AG Zahlungsverkehr und Börsengeschäfte an.

Frankfurt - Die Deutsche Bank will künftig auch für konzernfremde Finanzinstitute den Zahlungsverkehr abwickeln. Dazu gliedert das größte deutsche Geldhaus seine Rechenzentren in eine neue Tochtergesellschaft aus. Sie soll am 1. Juli unter dem Namen "European Transaction Bank AG" an den Start gehen und von Wertpapiergeschäften über die Verwahrung von Wertpapieren bis zum Zahlungsverkehr eine breite Palette von Dienstleistungen anbieten. Dies teilte die Deutsche Bank AG am Dienstag in Frankfurt mit.

Kunden der neuen Gesellschaft sind zum Start lediglich die Unternehmensbereiche der Deutschen Bank. "Aber auch externe Finanzdienstleister können die Kapazitäten und Expertise der Bank nutzen." Kontakte mit künftigen Kunden seien bereits geknüpft. Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti hält das Geschäft mit Transaktionsdienstleistungen für einen "der weltweit attraktivsten Märkte mit zweistelligen Wachstumsraten".

In Europa sieht sich das größte deutsche Geldhaus in diesem Geschäft als Vorreiter. "Im angelsächsischen Raum ist dieser Markt schon weit entwickelt, in den USA werden beispielsweise große Teile dieser Services über spezialisierte Dienstleister abgewickelt."

Analysen zufolge sei auch in Europa mit einem kräftigen Aufschwung zu rechnen. Die neue Tochter wird zum Start 3 000 Beschäftigte übernehmen, die bislang direkt für die Deutsche Bank gearbeitet haben. Wichtigste Standorte sind neben Eschborn bei Frankfurt Düsseldorf, Hamburg und Leipzig.