Cinemedia Geschäfte ausweiten

Der Börsenneuling Cinemedia will alle drei Monate ein Unternehmen erwerben und bereitet den "großangelegten Einstieg in die Filmproduktion" vor. Die enttäuschten Aktionäre hätten gern einen höheren Kurs.

München - Die Filmproduktion soll im Jahr 2000 bereits mehr als 30 Prozent zum Umsatz und Ertrag des Konzerns beitragen, sagte Finanzchef Holger Heims. Auch ohne Aquisitionen werde der Konzern Umsatz und Gewinn in den nächsten beiden Jahren mehr als verdoppeln.

Cinemedia bezeichnet sich als Deutschlands führender Dienstleister für die Film- und Fernsehindustrie. Kern der Gruppe bilden die Berliner Geyer-Werke, das größte Filmkopierwerk Deutschlands.

Die Kasse für Zukäufe sei durch den Erlös aus dem Börsengang im Februar gut gefüllt, sagte Heims. Er sieht zudem trotz Bankschulden von mehr als 18 Millionen Mark einen "ausreichenden Spielraum für Fremdfinanzierung". Der Konzern wolle die Marktführerschaft beim Medienservice und der Bild- und Tonbearbeitung weiter ausbauen und sich in einen integrierten Medienkonzern wandeln. Rund 70 Prozent aller in Deutschland bearbeiteten Kinofilme und nahezu die Hälfte aller hier produzierten Fernsehfilme "gehen durch unsere Hände", sagte Heims. Beim geplanten Einstieg in die Filmproduktion suche man bekannte Filmproduzenten als Ratgeber und Partner.

Als Medienkonzern mit internationalem Gewicht hält Cinemedia einen Umsatz von 200 bis 300 Millionen Mark für notwendig. Die Untergrenze will man im Jahr 2001 erreichen.

1998 kletterten die Erlöse von 86,5 auf 97,8 Millionen Mark. Das Ergebnis vor Steuern betrug minus vier Millionen Mark, darin sind 5,5 Millionen Mark Börseneinführungskosten enthalten. 1999 werden unabhängig von neuen Akquisitionen rund 118 Millionen Mark Umsatz angestrebt bei einem Vorsteuergewinn von 3,4 Millionen Mark.