Puma Gewinnsprung von 350 Prozent

Das Geschäft mit Sport und Lifestyle brummt. Unternehmenschef Jochen Zeitz erhöht die Prognosen.

Frankfurt am Main - Der Sportartikelhersteller Puma  hat seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz sagte in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der Umsatz werde um mehr als 40 Prozent steigen und nicht wie bisher vorhergesagt nur um mehr als 30 Prozent. Für den Gewinn vor und nach Steuern rechne Zeitz mit einer im Vergleich zum Umsatz überproportionalen Zunahme. Im kommenden Jahr solle erstmals ein Konzernerlös von mehr als einer Milliarde Euro erzielt werden.

Ein Anstieg in diesem Jahr um 40 Prozent würde einen Umsatz von 837 Millionen Euro bedeuten. Die Korrektur der Prognose begründete der Vorstandsvorsitzende gegenüber der Zeitung mit gestiegenen Auftragseingängen in den vergangenen Monaten. "Unser Geschäft läuft zur Zeit auf allen Zylindern", sagte Zeitz am Tag vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft.

Mehr als 300 Prozent Kursgewinn in einem Jahr

Am Freitag legte die Aktie nach der Anhebung der Umsatz- und Gewinnprognose weiter zu. "Puma mausert sich mit ständigen Aufwärtsrevisionen von Umsatz- und Gewinnzielen zur Musterfirma", sagte ein Frankfurter Händler. Bis zum Handelsschluss verteuerte sich die Aktie des Herzogenauracher Sportartikelherstellers um 4,1 Prozent auf 64,62 Euro. Die Aktie hat in den vergangen Monaten bereits eine hervorragende Performance gezeigt.

"Die guten Nachrichten nehmen kein Ende", sagte ein Händler. Deshalb sei der Höhenflug von 14 Euro auf 64 in nur einem Jahr noch nicht zu Ende, meint der Börsianer. Zusätzliches Vertrauen hegten Anleger, weil sie nicht bis zum Ende des Jahres warten müssten, um zu sehen, ob Zeitz sein Ziel erreicht habe.

Kameruns "Löwen" im ärmellosen Puma-Dress

Bereits Ende Juni wolle Puma den Überblick über den Auftragsbestand haben. Dann zeige sich, ob das angestrebte Wachstum erreicht werde. Von der Fußball-Weltmeisterschaft verspreche sich Zeitz zwar keinen Umsatzschub, die Stimmung für den Titel werde das Turnier dem Händler zufolge aber beflügeln.

Im Gegensatz zu Adidas, die viel Geld für Marketing im Vorfeld der Fußball-WM ausgegeben haben und einer der großen Sponsoren sind, konzentriert sich Puma eher auf das Geschäft mit "Lifestyle" Produkten. Wenn am 11. Juni die deutsche Mannschaft (in Adidas) gegen Kamerun spielt, werden Kameruns Fußballer die ärmellosen Fußball-Shirts von Puma präsentieren.