Münchener Rück Gewinnschätzung zurückgenommen

Goldman Sachs und CSFB sorgen für Verkaufsdruck. Auch die Deutsche Bank reduziert ihren Anteil.

Frankfurt - Die Papiere des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück  sind am Mittwoch erneut unter Druck geraten. Die Papiere verloren bis zum Mittag fast vier Prozent auf 251,25 Euro, nachdem sie die bereits am Dienstag deutlich nachgegeben hatten.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Gewinnschätzung je Aktie für den Rückversicherer für 2002 um 20 Prozent und für 2003 um zehn Prozent reduziert. Nach Angaben aus Marktkreisen reduzierte auch das Bankhaus Credit Suisse First Boston seine Gewinnschätzung.

"Die Analystenkonferenz ist wohl doch nicht so gut gelaufen, wie am Markt gesagt wurde", sagte ein Händler. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte ebenfalls am Mittag das Kursziel für das Münchener Rück-Papier von 280 auf 265 Euro zurückgenommen.

Unterstützung bei 250 Euro

Sollte die charttechnische Marke von 250 Euro nicht halten, drohe sogar ein Rückfall auf die Tiefstände aus dem vergangenen September, befürchten die Analysten der Bayerischen Landesbank. Wenige Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte die Aktie bis auf rund 207 Euro nachgegeben.

Die gesamte Branche geriet am Mittwoch unter Druck, und Leidtragender war unter anderen die Allianz  . Die Investmentbank JP Morgan hat das Kursziel für Allianz-Aktien von 271 auf 234 Euro reduziert. Die Titel des Konzerns reagierten mit einem Abschlag von 1,52 Prozent.

Zudem hat die Deutsche Bank  nach Aussage eines Sprechers ihren Anteil an dem Rückversicherer von 5,5 Prozent auf 4,94 Prozent reduziert. Wenn die Börse die Gewichtung im Dax im Juni auf Sreubesitz umstelle, dürfte dies jedoch eher eine positive Nachricht sein, sagte der Händler.