Eon Ministererlaubnis als Unsicherheitsfaktor

Mögliche Unsicherheiten bei der Übernahme von Ruhrgas drücken die Aktie des Energieversorgers.

Frankfurt - Die Aktie des Energiekonzerns Eon  hat am Dienstag nach Übernahmemitteilungen nachgegeben. Sie notierte um 11.15 Uhr 1,70 Prozent auf 56,15 Euro. Am vormittag gehörte die Aktie damit zu den schwächsten Werten im Dax.

"Die Geschichte ist keine große Überraschung am Markt, allenfalls die Details sind interessant"; sagten die Analysten Stephan Wulf von der Sal. Oppenheim und Marc Ziegner von der Hamburgischen Landesbank übereinstimmend. "Die Aktie leidet noch etwas unter den Unsicherheiten der Ruhgas-Übernahme", fügte Ziegner hinzu.

Eon hatte am späten Montagabend bekannt gegeben, dass sie den 18,4-prozentigen Anteil des Essener Steinkohleproduzenten RAG an der Ruhrgas AG übernehmen werde - "der wesentliche Schritt auf dem Weg zur Übernahme der Ruhrgas", sagte Wulf.

Im Gegenzug werde die Gesellschaft so viele Degussa -Aktien an die RAG abgeben, dass diese in gleicher Höhe wie Eon an dem Spezialchemiekonzern beteiligt sein wird. Derzeit hält Eon 64,6 Prozent an Degussa, der Rest ist im Streubesitz. Zum 31. Mai 2004 werde die RAG dann ihre Beteiligung auf 50,1 Prozent erhöhen. Der Preis für die Übernahme der Degussa-Aktien betrage 38 Euro pro Stück. Für das Inkrafttreten der Vereinbarungen ist allerdings die von der Eon beantragte Ministererlaubnis für die Übernahme der Ruhrgas-Mehrheit erforderlich.

Preis für Ruhrgas-Anteil entsprach Erwartungen

"Der Übernahmepreis für den Ruhrgas-Anteil in Höhe von 1,9 Milliarden Euro habe den Markterwartungen entsprochen, bestätigten die Analysten. "Es stimmt aber optimistisch, dass sicher auch die politische Seite eingeschaltet war. Das könnte ein Indikator dafür sein, dass die Ministererlaubnis kommen wird", sagte Wulf.

Laut Ziegner ist es positiv, dass Eon der RAG keinen Kredit geben wird, damit diese den Kauf der Degussa-Aktien finanzieren kann. Als kritisch hingegen beurteilt er die Festlegung des Preises auf 38 Euro pro Anteilsschein, die auch zur Mehrheitsübernahme im Jahr 2004 gelten soll. "Momentan läuft das Chemiegeschäft etwas schwach, aber das kann sich ändern. Daher hätte man eine Marktkomponente in den Preis einbauen sollen", sagte Ziegner.

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